Die Schöne und das Biest USA 2017 – 129min.

Beauty and the Beast

Filmkritik

Farbenfroh und prächtig

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Als sich Disney an Bill Condon wandte, um ein Realfilm-Remake des beliebten Zeichentrick-Klassikers aus dem Jahr 1991 zu produzieren, da dachte man nicht daran, dies als Musical umzusetzen. Condon war entsetzt, wollte er doch keineswegs auf die eindringlichen Songs des Films, der die Grundlage des Bühnen-Musicals wurde, verzichten. Herausgekommen ist ein prächtiger Film, der nicht nur Schauwerte, sondern auch viel Gefühl besitzt.

Als ihr Vater in die Fänge des Biests gerät, das in seinem verwunschenen Schloss vor den Augen der Menschheit verborgen ist, bietet sich Belle an, seinen Platz einzunehmen. Das Biest akzeptiert und all die verwunschenen Haushaltsgegenstände, die einst Menschen waren, sehen die Chance gekommen, den Fluch umzukehren. Denn dieser wird erst aufgehoben, wenn eine Frau das Biest um seinetwillen lieben kann. Doch Probleme treten durch den eitlen Pfau Gaston auf, der sich in den Kopf gesetzt hat, Belle zu heiraten und dafür bereit ist, alles und jeden über die Klinge springen zu lassen.

Die Geschichte orientiert sich am Disney-Film, Elemente der 1946er-Adaption wurden jedoch auch aufgenommen. Zudem ist Gastons Song anders und deutlich reifer, weil hier Textpassagen eingesetzt wurden, die der mittlerweile verstorbene Howard Ashman seinerzeit noch für den Zeichentrickfilm geschrieben hatte. Der heimliche Star des Films ist tatsächlich Luke Evans, der als Gaston eine seiner besten Darstellungen abliefert und sich auch als starker Sänger präsentiert. Großartig ist die Szene in der Taverne, als Evans und Josh Gad singen, hat Condon dies doch wie eine klassische Operette im Stil von "Die Fledermaus" inszeniert.

Beauty and the Beast ist ein visuell extrem beeindruckender Film, der mit seiner Ausstattung und den Kostümen schlichtweg die Augen übergehen lässt. Man kann sich gar nicht sattsehen an dieser Pracht. Wundervoll sind zudem all die Gegenstände, die zum Leben erwachen und das eigentliche Herz dieses Films darstellen. Besonders sind Ewan McGregor und Ian McKellen hervorzuheben, die wie ihre Kollegen auch zum Ende erst in menschlicher Gestalt zu sehen sind.

Eine bessere Belle als Emma Watson kann man sich kaum vorstellen, da sie eine natürliche Unschuld und Neugier ausstrahlt, die für diese Figur ideal ist. Der romantische Teil der Geschichte ist so herzerweichend wie eh und je, während das Finale mit dem Kampf der Gegenstände gegen die aufgebrachten Dorfbewohner ein wahres Gag-Crescendo ist.

Bill Condon schafft es, das Original nicht zu imitieren, sondern in der Realfilmvariante auch neue Aspekte zu betonen. Er liefert ein großes, an Technicolor-Zeiten erinnerndes Musical ab, das das Herz aufgehen lässt.

14.03.2017

4

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

alagandi

Leider ist bei diesem Film der Cast nicht wirklich gelungen. Emma Watson als Bell erscheint einem irgenndwie immer falsch. Auch Gaston ist nichtmehr wirklich der Wiederling welchen man aus dem Trickfilm kennt. Ebenso fällt einem ins Auge das Disney mit diesem Film versucht jedem und allen es recht zu machen. Was dann auch als störrenden Punkt durchscheint.

Die Schöne und das Biest 2

manuelaforster

Deutsche Synchronisation am Anfang des Films stört, da es eben nicht synchron ist. Ansonsten ein wundervoller Film!

Die Schöne und das Biest 4

ciprax

Schöne Bilder, interessante Ambiance, gute Besetzung. Die Musik zu diesem Film fällt stark ab. Melodien mt Harmonien aus den 50-er Jahren, die aus dem deutschen Schlager-Genre entlehnt sein könnten, machen den Film stellenweise kitschig und süsslich. Schade. Mit guter Musik wäre der Film sehenswert!

Die Schöne und das Biest 3

Mehr Filmkritiken

Fast & Furious 8

The Boss Baby

Smurfs - The Lost Village

Going in Style