Baywatch USA 2017 – 116min.

Baywatch

Filmkritik

Ein Kult-Klassiker zu Grabe getragen

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die erfolgreichste Serie der Welt kommt ins Fernsehen, ist aber weder Fisch noch Vogel. Man konnte sich wohl nicht darüber einig werden, was aus Baywatch werden sollte: Fortsetzung oder Reboot, Komödie oder doch lieber Actionfilm? Letzten Endes ist Baywatch damit gar nichts, außer einer herben Enttäuschung - denn bei diesem Ensemble wäre durchaus mehr drin gewesen.

Mitch (Dwayne Johnson) leitet Baywatch seit Jahren und ist am Strand und im Wasser berühmt-berüchtigt. Als ihm der Olympiamedaillengewinner Matt Brody (Zac Efron) aufs Auge gedrückt wird, muss sich dieser beim Altmeister zuerst beweisen, bevor er zusammen mit zwei anderen Bewerbern ins Team aufgenommen wird. Schon bald muss Matt aber feststellen, dass es am Strand längst nicht nur um das Retten von Ertrinkenden geht. Vielmehr sieht Mitch den Job gesamtheitlich und ermittelt zusammen mit seinem Team im Fall einer großen Drogenhändlerin – und das sehr zum Missfallen der Polizei, der es überhaupt nicht in den Kram passt, dass Lebensretter ihren Job übernehmen.

Für die Fans von einst gibt es Gastauftritte von David Hasselhoff und Pamela Anderson. Letztere wird für einen Witz verschwendet und hat keine einzige Dialogzeile, während der Original-Mitch dem Neu-Mitch aufmunternde Worte zuraunen darf – und im Nachspann über das Sequel sinniert. Das ist im Grunde enttäuschend, weil aus beiden Auftritten mehr hätte gemacht werden können. Aber das ist die Crux dieses Films: Potenzial wäre zwar grundsätzlich vorhanden - es wird nur nie abgerufen.

Der Film kann sich nie entscheiden, was er eigentlich sein will, denn als Buddy-, aber auch als Actionkomödie bietet er zu wenig. Die Action ist passabel, aber nichts, was auch nur annähernd spektakulär zu nennen wäre. Stattdessen gibt es eine Kaskade von Gags, die unter die Gürtellinie gehen: Sie als pubertär zu bezeichnen, wäre noch ein Kompliment. Tatsache ist, dass sich den Autoren offenkundig kein Weg erschlossen hat, wie man Humor in die Geschichte einbringen kann, ohne immens infantil zu sein. Darum zündet auch nur jeder x-te Gag, während ansonsten Fremdschämen angesagt ist. Im Grunde empfindet man irgendwann für Johnson und Efron Mitleid, da sie weit mehr könnten.

Die hanebüchene Geschichte kommt nicht in Gang. Es dauert, bis der eigentliche Krimi-Plot etabliert ist. Immerhin besitzt der Film ein Mindestmaß an Selbstironie und erkennt, wie albern es ist, wenn Lebensretter losziehen, um die Arbeit der Polizei zu übernehmen. Das allein reicht aber nicht aus, da sich Baywatch nicht nur im Kreis dreht, sondern auch reichlich langweilt. Er ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie eine ernsthafte Serie von früher durch ein mehr oder minder witziges Remake zu Grabe getragen wird.

30.05.2017

2

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Kommentare

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paipai

Der Film war witziger als ich gedacht hätte und nimmt sich selber aufs Korn. Durchaus unterhaltsames Popcorn-Kino.

Baywatch 3

seeyouto

Sehr unterhaltsam, ohne die Vorgänger richtig zu kennen. Der Nerd ist cool mit seinem Tanztalent. Die Muskelberge und die schönen Frauen schmeicheln dem Auge. Viel Slapstick, Sarkasmus und wunderbare Einfälle. Also, rein ins Vergnügen.......

Baywatch 4

silkbunny

Für Baywatchfans ein Muss, Erwartungen allerdings nicht zu Hoch ansetzen. Lustige und unterhaltsame Actionkomödie. Wird kein Klassiker werden den man immer und immer wieder schaut. 3/5 Sterne

Baywatch 3

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