Bad Moms 2 China, USA 2017 – 104min.

Bad Moms 2

Filmkritik

Mütterlicher Weihnachtsstress

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Im Nachfolger zum Überraschungshit Bad Moms gibt es die doppelte Ladung Mütter, nicht aber die doppelte Ladung Humor. Vielmehr verliert sich der weihnachtliche Spaß in eher müden Konflikten und formelhafter Gefühlsduselei, was angesichts der erneut spielfreudigen Darstellerinnen wirklich schade ist.

Nachdem die Zweifachmama Amy (Mila Kunis) im Vorgänger mit ihren Freundinnen Carla (Kathryn Hahn) und Kiki (Kristen Bell) gegen ihre elterlichen Pflichten und den allgemeinen Erwartungsdruck rebellierte, bekommt sie es im zweiten Teil mit ihrer überkritischen Mutter Ruth (Christine Baranski) zu tun, die sich auf unnachahmliche Weise in die schleppenden Weihnachtsvorbereitungen ihrer Tochter einmischt. Da das Fest in ihren Augen perfekt und pompös sein soll, übernimmt sie kurzerhand das Zepter und verwandelt Amys Haus in ein blinkendes Winterwunderland. Unterdessen muss sich auch die arme Kiki mit ihrer Mama Sandy (Cheryl Hines) herumschlagen, die ihrem erwachsenen Kind keine Luft zum Atmen lässt. Große Augen macht nicht zuletzt Carla, als ihre Vagabunden-Mutter Isis (Susan Sarandon) auf der Matte steht und, wie so oft, um etwas Geld bittet.

Im Sommer 2016 machten die Bad Moms um Amy die Leinwand unsicher und sorgten trotz einiger plumper Einlagen für passable Unterhaltung mit netten satirischen Seitenhieben. Ein überzogenes Mutterbild wurde lustvoll durch den Kakao gezogen, was der mit diversen Genitalwitzen angereicherten Komödie eine gesellschaftskritische Dimension verlieh. Das nach dem Kassenerfolg schnell nachgeschobene Sequel nimmt sich nun das Weihnachtsfest vor, kommt allerdings nicht über eine höchst durchwachsene Sketchparade hinaus.

Wie schon im Erstling schmieden die drei Protagonistinnen eine Art Pakt, um sich gegen überzogene Ansprüche aufzulehnen. Und einmal mehr werfen Jon Lucas und Scott Moore, die Autoren hinter The Hangover, zahlreiche vulgäre Gags in die Waagschale. Der Esprit des Vorgängers will sich dennoch nur selten einstellen, da die Konflikte eher schwach zugespitzt werden und der Film gerade im letzten Drittel einer klebrig-sentimentalen Malen-nach-Zahlen-Dramaturgie folgt. Statt den weihnachtlichen Wahnsinn konsequent ad absurdum zu führen, setzt ein Läuterungsmarathon ein, dessen Emotionen vor allem auf erzählerischen Notwendigkeiten beruhen und damit alles andere als wahrhaftig erscheinen.

Echten Biss und pfiffige Ideen lässt der Feiertagstrubel trotz eines engagierten Ensembles – besonders erwähnenswert: Christine Baranski als snobistische Perfektionistin – und einiger irrwitziger Momente – Stichwort: Intim-Waxing – größtenteils vermissen. Wahrscheinlich wäre es schon hilfreich gewesen, wenn sich das Filmemacherduo etwas mehr Zeit für das Drehbuch und die Verzahnung der Handlungsstränge genommen hätte.

06.11.2017

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