Pets Japan, USA 2016 – 87min.

Pets

Filmkritik

Leben und plärren in New York

Urs Arnold
Filmkritik: Urs Arnold

Tiere allein zu Hause: Im Animationsfilm The Secret Life of Pets erlebt ein Terrier das Abenteuer seines Lebens.

Magischer Big Apple: Die Skyline funkelt wie ein übergrosser Diamant im Licht der Morgensonne. Menschen stehen auf, gehen zur Arbeit – und lassen ihre Haustiere zurück. Aber was machen denn die Viecher eigentlich den lieben langen Tag über so?

Eine ganz und gar überdrehte Antwort darauf gibt The Secret Life of Pets. Im dessen Zentrum steht der gewitzte Terrier Max. Jeden Wochentag zählt er in «seiner» Brooklyner Loft die Sekunden einzeln, bis Frauchen Katie endlich wieder durch die Türe kommt. Eintönig gestaltet sich das Warten allerdings nicht: In der Nachbarschaft sind Hunde, Katzen, Wellensittiche und der muntere Hamster Norman eine verschworene Clique. Da wird auch mal die eine oder andere Wohnungsparty geschmissen.

Keinesfalls zum Feiern ist indes Max zumute. Vor kurzem hat Katie mit dem übergrossen Wischmop Duke einen zweiten Hund ins Haus gebracht. Sofort werden Revier- und Sympathieansprüche geltend gemacht. Im Park, abseits des Blickes des inkompetenten Hundesitters, eskaliert dann die Situation. Damit reiten sich die beiden Hitzköpfe gemeinsam in die Tinte: Fortan bekommen sie es mit übermotivierten Tierfängern und streetsmarten Outlaw-Viechern zu tun.

«Kinder und Tiere ziehen immer», lautet eine Erfolgsdevise im Filmgeschäft. Im Animationsfilm-Fundus des ersten Halbjahres 2016 sind dies vor allem Tiere: Zootopia, Kung Fu Panda 3, Angry Birds – The Movie der Franchisen-Dauerlutscher Ice Age: Collision Course und bald auch Finding Dory setzen auf niedliche Viecher aller Art, und machen damit riesig Kasse.

Am grossen Fressen will sich nun auch Universal mit The Secret Life of Pets beteiligen. Vom qualitativen Aspekt her ist da nichts dagegen einzuwenden: Zuerst wühlt «Pets» launig in der Tierklischee-Kiste und geht mit witzigen Einfällen ganz in seiner Grundidee auf. Ab Mitte der Laufzeit mehren sich dann unverhofft die Actionsequenzen. Da ist dann eine Hatz zu erleben, die man so in New York noch nicht gesehen hat – wobei man so auch New York, ganz bonbonfarbend und zuckerwattig – noch nicht gesehen hat. Was würde wohl Woody Allen zu diesem Anblick sagen?

«Pets» zielt in seiner fluffigen Visualität und der niederschwelligen Story direkt auf ein Kinderpublikum, ohne aber die begleitenden Erwachsenen gelangweilt im Kinosessel versinken zu lassen. Ein ungemeines Vergnügen ist die originale Sprachversion, bei der Despicable-Me-Regisseur Chris Renaud ein sehr gutes Händchen bei der Wahl der Sprecher bewies. Auch wenn Louis C.K. als Max den Cast anführt, so verkörpern vor allem Albert Brooks als Habicht Tiberius, Kevin Hart als abgebrühtes Kaninchen Snowball sowie Waynes-World-Veteran Dana Carvey als Pops ihre Figuren akustisch vortrefflich. Wer seinerseits grosser Stefanie-Heinzmann-Fan ist, darf dem Idol in der deutschgesprochenen Version lauschen, in der Heinzmann Max’ Frauchen Katie spricht.

20.07.2016

4

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Kommentare

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puschelchen

vor einem Jahr

War ganz okay


adriel_dewinter

vor einem Jahr

Es gab einige herzhafte Lacher, wobei die meisten vom vorangegangenen Minions-Kurzfilm stammen.
Alles in allem ein wahrscheinlich schon hie und da auf Realistik basiertes Haustierverhalten, aber keineswegs
neu in der Geschichtsfindung und des Finales. Es ist jedoch hinzuzufügen, dass erstens ein Sehnsuchtsgefühl zum eigenen Haustier provoziert wurde, zweitens mir die Bus-Actionszene überraschte - finde sie äusserst schmackhaft kreiert und drittens ist die Darstellung des Gegenspielers nahezu diabolisch inszeniert worden.
Ansonsten schliesse ich mich der Meinung des Zuckerwättlis an.Mehr anzeigen


zuckerwättli

vor 2 Jahren

Der Trailer war super, nur leider sind das auch die besten Szenen des Films. Es gibt zwar immer wieder mal witzige Szenen, aber die Geschichte ist leider nur Durchschnittsware... schade. Zootopia war viel besser.


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