Ritter Rost 2 - Das Schrottkomplott Deutschland 2017 – 88min.

Filmkritik

Nicht rostig, sondern glanzvoll

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die erste Verfilmung der Kinderbücher von Jörg Hilbert und Felix Janosa kam 2013 in die Kinos. Damals sprach noch Rick Kavanian den tapferen Ritter. Nun ist es Christoph Maria Herbst, der ihm die Stimme leiht. Ein paar altbekannte Stimmen sind aber auch wieder dabei, darunter Tom Gerhardt und Detlev Redinger als die immer wieder miteinander hadernden Feuerzangenbrüder Brutus und Brenner.

Schrottland ist pleite, weswegen der König die wackeren Ritter entlassen muss. Aber Ritter Rost will den Wert seiner Zunft unter Beweis stellen und inszeniert einen Zwischenfall, der alles nur noch schlimmer macht. Der König dankt ab, seine Tochter übernimmt und die Ritter sind ihren Job los. Als wäre das nicht schlimm genug, wird das Königreich komplett umgestaltet, während Rost als Erfinder noch dazu beiträgt, der Ungerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Darum müssen sich Rost und seine Freunde rund um das Burgfräulein Bo auch der Unterdrückung entgegenstellen, aber haben sie überhaupt noch eine Chance?

Der computeranimierte Film ist beste Unterhaltung für die ganze Familie. Denn während die Bücher ganz klar und ausschließlich auf Kinder abzielen, ist die Geschichte von Ritter Rost 2 – Das Schrottkomplott erstaunlich vielschichtig. Immerhin geht es hier nicht nur um eine Finanzkrise mit darauffolgender Staatspleite, sondern auch darum, wie in einer solchen Zeit der Depression radikale Mächte die Oberhand gewinnen. Das wird natürlich kindgerecht erzählt, bietet aber erwachsenen Begleitern durchaus etwas Mehrwert. Denn man muss den Machern durchaus applaudieren, dass sie sich trauen, überhaupt eine solche Geschichte zu erzählen. Das macht den Film aber auch wertvoll, da man den Kindern damit auf simple und schön strukturierte Art zeigen kann, dass Freiheit ein Gut ist, das keineswegs eine Selbstverständlichkeit darstellt.

Mit den verrückten Erfindungen, die Rost macht, und den musikalischen Eskapaden, denen sich seine Kollegen hingeben, gibt es reichlich Humoriges, aber auch Süßes. Der Film schafft den Spagat, Zuschauer jedes Alters anzusprechen, weil er auch über reichlich schräge Ideen verfügt. Man denke hier nur an die Kolbenfresser, unter denen man sich bisher einfach etwas Anderes vorgestellt hat.

Die Musik kommt angesichts der Buchvorlagen vielleicht ein wenig zu kurz, das macht Ritter Rost 2 – Das Schrottkomplott aber dank phantasievoller und flotter Erzählweise mehr als wett. Technisch kann der Film problemlos mit größeren und teureren Hollywood-Produktionen mithalten – und auch inhaltlich muss er sich vor niemandem verstecken.

15.02.2017

4

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