Elliot, der Drache USA 2016 – 103min.

Elliot, der Drache

Filmkritik

Back to the Eighties!

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Endlose Wälder, ein liebenswerter Drache und ein Waisenjunge, der die meiste Zeit seines Lebens in der Wildnis verbracht hat. Elliot, der Drache, eine freie Neuinterpretation des Disney-Films Elliot das Schmunzelmonster von 1977, bietet Abenteuerkino mit nostalgischer Note und erinnert nicht zufällig an Steven Spielbergs Familienklassiker E.T. the Extra-Terrestrial.

Während eines Ausflugs in die Wälder des amerikanischen Nordwestens kommen die Eltern des kleinen Pete (Levi Alexander) bei einem Autounfall ums Leben, den der Junge auf wundersame Weise unbeschadet übersteht. Als er sich verängstigt durch das Dickicht schlägt, begegnet er einem großen Drachen, der sich als liebenswerter Zeitgenosse entpuppt. Pete tauft das flauschige Wesen auf den Namen Elliot und weicht ihm fortan nicht mehr von der Seite. Auch Jahre später sind das Waisenkind (nun: Oakes Fegley) und der grüne Riese noch immer beste Freunde, die, von anderen Menschen unbemerkt, durch die ausgedehnten Wälder toben. Eines Tages werden jedoch die Försterin Grace (Bryce Dallas Howard) und ihre Stieftochter Natalie (Oona Laurence) auf den verwilderten Jungen aufmerksam und bringen ihn zurück in die Zivilisation.

Bis auf kleinere Story-Elemente haben der Zeichentrick-Realfilm-Mix von 1977 und die von David Lowery (Ain't Them Bodies Saints) inszenierte Neuauflage nur wenig gemein, weshalb man nicht von einem echten Remake sprechen kann. Klarer Bezugspunkt des Regisseurs ist das Familienkino der 1980er Jahre, das vor allem Steven Spielbergs E.T. the Extra-Terrestrial geprägt hat. Erinnerungen an diesen Klassiker kommen nicht nur dank einer wohlig-nostalgischen Atmosphäre auf. Auch das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Pete und dem perfekt animierten Drachen ähnelt in vielen Punkten der Beziehung zwischen dem kleinen Elliott und E.T. Wie sein Kollege Spielberg bricht Lowery eine Lanze für echte Freundschaft und den festen Glauben an Dinge, die auf den ersten Blick irreal erscheinen. Vermittelt wird diese Einstellung besonders durch Graces Vater Mr. Meacham, den Altstar Robert Redford mit einer warmherzigen Ausstrahlung versieht.

Spektakuläre Landschaftsaufnahmen, rasante Flugsequenzen und die liebevolle Zeichnung der Hauptfiguren machen Elliot, der Drache trotz eines konventionellen Plot-Verlaufs lange Zeit zu einem sympathisch-berührenden Filmerlebnis. Geschmälert wird der positive Eindruck allerdings durch ein Finale, das ohne große Not in den Actionmodus schaltet und den Protagonisten auf geradezu penetrante Weise ihren Platz im Gesamtgefüge zuweist. Zurückhaltung und Charme, die das Familienabenteuer zuvor bestimmt haben, gehen hier leider etwas verloren.

24.08.2016

3

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Kommentare

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martinu

vor 2 Jahren

Ein echter Disney-Streifen mit sozial- und umweltpolitischem ""Unterton". Toll spielen ihre Rollen die kleinen Jungs Levi Alexander und vor allem Oakes Fegley. Auch wenn die eine oder andere Szene etwas an Spielbergs "E.T." erinnert oder gerade deshalb fand ich den Streifen sporadisch auch sehr berührend. Der Drache ist tricktechnisch 1A gemacht. Eine Mischung zwischen "Der Wolfsjunge" , "E.T." und die "Unendliche Geschichte". Ich fand es echt unterhaltsam und kam mir auch als Erwachsener nicht als "Fremdkörper" vor. Hätte nichts gegen einen zweiten Teil...Mehr anzeigen


frozone

vor 2 Jahren

Disney-Märchen goes Realfilm. Doch ohne disneytypisch liebevolle Animationen und Gesangseinlagen wirkt die Story irgendwie mager und bereits xfach recycelt. Der Drache seufzt und würde gerne sprechen...


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