Office Christmas Party USA 2016 – 105min.

Filmkritik

Der Baum brennt

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Von wegen besinnliche Weihnachtszeit! In Office Christmas Party wollen die Mitarbeiter eines IT-Unternehmens eine epische Fete schmeißen, um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Erwartungsgemäß läuft dabei einiges aus dem Ruder. Formelhafte Komödie, deren Exzesse viel zu selten richtig zünden.

Kurz vor Weihnachten droht die kompromisslose Unternehmerin Carol Vanstone (Jennifer Aniston) ihrem chaotischen Bruder Clay (T. J. Miller), die von ihm geführte Zweigstelle der Firma Zenotek wegen schlechter Umsatzzahlen zu schließen. Seine Mitarbeiter sind dem partyhungrigen Chef allerdings heilig, weshalb er gemeinsam mit dem technischen Leiter Josh (Jason Bateman) und der IT-Managerin Tracey (Olivia Munn) einen kühnen Plan ausheckt. Auf einer unvergesslichen Weihnachtsfeier soll der potenzielle Großkunde Walter Davis (Courtney B. Vance) von der positiven Firmenkultur überzeugt und so dazu gebracht werden, einen überlebenswichtigen Deal zu unterzeichnen. Als das gigantische Fest schließlich anläuft, überschlagen sich jedoch die Ereignisse.

Bis die Büromeute partytechnisch auf ihre Kosten kommt, schleppt sich die dramaturgisch eher grobschlächtig zusammengezimmerte Komödie von einem bescheidenen Gag zum nächsten. Obwohl danach diverse Eskapaden – inklusive nackter Tatsachen – in den Mittelpunkt geraten, will auch im weiteren Verlauf keine echte Feierstimmung aufziehen. Ab und an sorgt ein Slapstick-Moment für etwas Heiterkeit. Frivole Witze zaubern gelegentlich ein schwaches Lächeln ins Gesicht. Und die Handlung gibt sich alle Mühe, abgedreht zu wirken. Von einem brüllend komischen Pointen-Feuerwerk mit originellen Seitenhieben auf den Büroalltag ist der Film aber ein gutes Stück entfernt.

Als Story-Lieferanten sind in den Credits die Humorexperten Jon Lucas und Scott Moore zu finden, die der Welt mit ihrem Drehbuch zu Hangover eine herrlich aus dem Ruder laufende Geschichte schenkten. Im Vergleich wirkt Office Christmas Party wie eine uninspirierte Eskalationsparade, die den Zuschauer auch mit ihren Actionwendungen gegen Ende nicht entscheidend mitreißen kann. Eine ordentliche Leistung liefert immerhin Jason Bateman ab, der das exzessive Treiben als sympathischer Problemlöser erdet. Souverän ist darüber hinaus die Darbietung Jennifer Anistons in der Rolle der knallharten Business-Frau, die freilich irgendwann ins Grübeln kommt. Unterhaltsamer als der von Josh Gordon und Will Speck (The Switch) inszenierte winterliche Partyfilm ist wahrscheinlich aber doch die eigene Weihnachtsfeier, auch wenn man dort wohl keinem Rentier auf dem Klo begegnen dürfte.

15.12.2016

2

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Kommentare

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dulik

vor 5 Jahren

Wer witzige Unterhaltung im 08/15 Stil sucht, ist bei "Office Christmas Party" genau richtig.
Die Geschichte hat keinen Tiefgang, vermag es aber dennoch, einem über die gesamte Lauflänge gut zu unterhalten und zum Lachen zu bringen.
6/10

Zuletzt geändert vor 5 Jahren


Patrick

vor 5 Jahren

Der Film kommt im Hangover- X-mass Stil daher witzig,sexy und viel saufgelage gespickt mit einem Acktion Finale.Fazit:Office Christmas Party kan die gesamte Laufzeit unterhalten bittet aber auch nicht mehr.Das gibt 3.1/2 Bierdosen von 5.


zuckerwättli

vor 5 Jahren

na ja - alle Witze hat man schon in anderen Filmen gesehen - meist besser. 3-4 gute Lacher sind drin, aber sonst sehr mau.


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