Now You See Me 2 Kanada, China, Grossbritannien, USA 2016 – 129min.

Now You See Me 2

Filmkritik

Leidlich spannende Zauberstunde

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Großes Spektakel und irrwitzige Wendungen – damit konnte 2013 der im Magier-Milieu angesiedelte Heist-Thriller Now You See Me punkten. Wie nicht anders zu erwarten war, setzt auch das Sequel auf eben diese Zutaten, verpasst aber die Gelegenheit, die recht klischierten Protagonisten weiterzuentwickeln. Nur gut, dass die prominenten Darsteller einmal mehr enorme Spielfreude an den Tag legen.

Ein Jahr ist mittlerweile vergangen, seit der Illusionskünstler J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), der Hypnotiseur Merritt McKinney (Woody Harrelson) und der Kartentrickser Jack Wilder (Dave Franco) im Untergrund verschwunden sind, wo sie sehnsüchtig einen neuen Auftrag des Magier-Geheimbundes "Das Auge" erwarten. Ihr Anführer Dylan Rhodes (Mark Ruffalo), der nach wie vor für das FBI arbeitet, erlöst die drei Robin-Hood-Zauberer, als er sie auf den zwielichtigen Unternehmer Owen Case (Ben Lamb) ansetzt. Gemeinsam mit der geheimnisvollen Lula (Lizzy Caplan), die für die abgewanderte Kollegin Henley Reeves (Isla Fisher) einspringt, sollen Atlas, McKinney und Wilder die Präsentationsshow für das neue Produkt des Technologiemoguls kapern, das heimlich Nutzerdaten abgreift. Zunächst läuft alles nach Plan, doch dann erkennen die vier Illusionisten, dass sie in eine Falle getappt sind, und suchen umgehend das Weite. Ihre hektische Flucht endet allerdings wie durch ein Wunder im tausende Kilometer entfernten Macau, wo sie dem stinkreichen Walter Mabry (Daniel Radcliffe) begegnen, der sie zu einem besonders riskanten Raubzug zwingen will.

Ähnlich wie der Vorgänger legt auch Now You See Me 2 ein schnittiges Tempo vor, das über manch absurden Plot-Twist hinwegträgt. Mehr oder weniger gelungene Täuschungsmanöver und optische Kabinettstückchen gehören erneut zum Repertoire der launigen Thriller-Komödie, die vor allem vom mitreißenden Zusammenspiel ihrer Hauptdarsteller lebt. Bleibenden Eindruck hinterlässt neben Neuzugang Lizzy Caplan in der Rolle der schlagfertigen Lula vor allem Charakterkopf Woody Harrelson, der dieses Mal nicht nur als Merritt McKinney zu sehen ist, sondern auch dessen exzentrisch-durchtriebenen Zwillingsbruder verkörpert.

Bei aller Freude über die gelungenen Darbietungen fällt jedoch auf, dass die Figuren – von kleineren Ergänzungen abgesehen – genauso skizzenhaft bleiben wie schon im ersten Teil. Etwas eindimensional präsentiert sich auch der von Daniel Radcliffe gespielte Antagonist, der ohne sonderlich spannende oder prägnante Eigenschaften auskommen muss. Insgesamt bietet die Fortsetzung solide, unterhaltsame Hollywood-Kost, wobei die ständigen Wendungen mit der Zeit ausrechenbarer werden und der Film sicherlich nicht ganz so clever ist, wie er sich gerne gibt.

14.09.2016

3

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

martin.de

vor 3 Jahren

Stellenweise lustig, Schauspieler machen ihre Sache gut. Es gibt manche Überraschungen. Aber die Story ist wirr, teilweise unverständlich, und der Schluss (nach der finalen Show) ist - ich sage so etwas wirklich selten - dumm, unverständlich, fast peinlich. Die supercleveren Zauberer verhalten sich immer wieder extrem naiv und gutgläubig, wie Kinder. Schade um die guten Schauspieler, schade um den hohen Aufwand und die teilweise tollen Shows.Mehr anzeigen


as1960

vor 3 Jahren

Jeder halbwegs erfolgreicher Hollywoodstreifen findet seine Fortsetzung. So gibt jetzt eben auch "Now You See Me 2". Ok, das Topensemble ist unterhaltsam und die konstruierte Story der Magier wird wenigstens temporeich erzählt. Aber insgesamt doch sehr unoriginelle Geldmacherei. So mein Titel-Vorschlag für Teil 3: "Now You Don't Want To See Me Anymore".Mehr anzeigen


Patrick

vor 3 Jahren

Wen man Teil 1 nicht gesehen hat wird Teil.2 auch nicht funktionieren,sowie Teil.1 Irgendwie auch nicht so ist Teil.1&2 ein spannendes und zauberhaftes Puzzle.Goldig ist die Doppel Rolle von Woody Harrelson gespielt und ulkig ist Harry Potter sorry Daniel Radcliffe mal böse zu erleben.Schade das Lisla Fisher aus dem Drehbuch gestrichen wurde und ihre Film Figur ohne Erklärung nicht mehr dabei ist.Mehr anzeigen


Mehr Filmkritiken

Die Eiskönigin II

Bruno Manser - Die Stimme des Regenwaldes

Le Mans 66: Gegen jede Chance

Das perfekte Geheimnis