Herz über Kopf - Die Melodie ihres Lebens Belgien, Frankreich 2016 – 89min.

Filmkritik

Man sieht nur mit dem Herzen gut

Filmkritik: Geoffrey Crété

Die zwölfjährige Marie ist eine exzellente Schülerin und eine hervorragende Cellistin mit einer grossartigen Zukunft vor sich. Doch niemand ahnt, dass sie ein Geheimnis hat. Sie leidet unter einer degenerativen Erkrankung der Augen... Auch wenn ihre Sicht noch genügt um ein einigermassen normales Leben zu führen, ist ihr klar, dass sie eines Tages im Dunkeln leben muss. Die besorgten Eltern entscheiden sich, Marie auf eine spezielle Schule für Blinde zu schicken. Doch diese Entscheidung bringt Maries Pläne in Gefahr. Sie möchte an der Aufnahmeprüfung einer renommierten Musikschule teilnehmen. So gerne sie ihr Ziel erreichen möchte, so genau weiss sie aber auch, dass sie es alleine nicht schaffen wird. Darum beginnt sie, Victor, dem schwächsten Schüler der Klasse, bei den Hausaufgaben zu helfen. Im Gegenzug dafür soll dieser zu Marie's Augen werden.

Mit dem Plakat und Titel war eines bereits im Voraus klar - Le Coeur en braille ist ein Film, den man mit dem Herzen sehen soll. Um den dritten Film von Michel Boujenah richtig geniessen zu können, sollte man demnach sein Herz öffnen. Nach Père et Fils im Jahre 2003 und 3 amis hat sich Michel Boujenah mit seiner Kamera in die Welt der Kinder gewagt. Dieses Mal interessiert sich der französische Regisseur für die besondere Freundschaft zwischen einem Jungen mit schulischen Schwierigkeiten und einem Mädchen, das langsam erblindet. Dennoch hat die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Pascal Super eine gewisse Leichtigkeit und jugendliche Naivität. Dazu werden allerdings seichte Dialoge geliefert, die vorwiegend bereits klare Tatsachen unterstreichen. Bei einem anspruchslosen Publikum wird Le Coeur en braille gewiss Anklang finden. Die beiden Hauptdarsteller Alix Valid und Jean-Stan du Pac erweisen sich trotzdem als berührende Entdeckungen des Films.

21.03.2017

3

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