Die wilden Kerle 6 - Die Legende lebt Deutschland 2016 – 100min.

Filmkritik

Alles ist gut, wenn du wild bist

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Mit mehr als zehn Millionen Zuschauern waren die ersten fünf Filme rund um die Wilden Kerle große Erfolge, aber die Kinder von einst sind groß geworden, weswegen es an der Zeit für eine neue Generation ist – sowohl vor der Kamera als auch im Kinosessel. Denn Die Wilden Kerle – Die Legende lebt soll dem Nachwuchs seine eigenen Helden bescheren.

Jahre sind vergangen, die Wilden Kerle sind erwachsen geworden – und ihre Abenteuer Legende. Eine neue Generation von Jungen, die den Wilden Kerlen nacheifern, glauben nicht, dass es sie gab – bis sie einem von ihnen begegnen. Er gibt ihnen eine Schatzkarte, die Leo und seine Freunde zum Teufelstopf führt, wo sie auf den alten Trainer der Wilden Kerle treffen. Der wäre auch bereit, sie zu trainieren, aber die Zeit drängt, denn in zehn Tagen geht der ganze Besitz an den dicken Michi. Verhindern kann man das nur, wenn die Wilden Kerle in einem Turnier gegen die Galaktischen Sieger gewinnen.

Das Kuriose an den Wilden Kerlen war von jeher, dass hier eine kindgerechte Geschichte erzählt wird, die nach den Regeln eines Actionfilms abläuft. Es geht immer um Leben und Tod, wer das Turnier verliert, wird nicht überleben – derart martialisch sprechen die kleinen Kinder, ohne dass der Film das natürlich jemals unterstützen würde. Im Gegenteil, er illustriert viel mehr die Phantasie von Kindern, die sich in ihrem Spiel in Action-Helden verwandeln, große Abenteuer erleben, über das Böse triumphieren und dann rechtzeitig zum Abendessen zuhause sind.

Mit dem sechsten Film wird der Mythos neu belebt. Das gelingt einerseits durch eine sympathische Schar neuer Kinder, andererseits durch den unbedingten Willen, alle Elemente, die die vorherigen Teile so erfolgreich gemacht haben, auch hier wieder zu integrieren. Der Kunstgriff, dass die Wilden Kerle für den Nachwuchs nur fiktiv sind, mag sich logisch nicht erschließen, funktioniert aber im Kontext der Erzählung, weil damit auch die Wilden Kerle mythisch überhöht werden. Dazu passt auch Wilson Gonzalez Ochsenknechts Auftritt als Mann in Schwarz, mit Augenklappe, Mantel und Motorrad, der aussieht, als wäre er einer Endzeit-Geschichte entsprungen.

Der Reboot bzw. die Fortsetzung der Wilden-Kerle-Reihe ist gelungen. Hier ist all das geboten, was die Kids schon früher angesprochen hat, wobei man nicht nur auf das Altbewährte setzt, sondern das Ganze auch frisch aufbereitet. Mit diesen Kids steht mehreren Fortsetzungen nichts im Weg – so wie es bei der ersten Generation eben auch war. Die Zeit der Wilden Kerle beginnt nun von Neuem.

15.02.2016

3

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Kommentare

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Nico Maeder

vor 4 Jahren

Ich find den film sehr, sehr gut


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