CH.FILM

Linard, Marius und Königin Po Schweiz 2015 – 72min.

Linard, Marius und Königin Po

Filmkritik

Zwischen Wolken und Wald

Rolf Breiner
Filmkritik: Rolf Breiner

Fünf Kurzfilme für Kinder: Man begegnet ungeschickten Bankräubern, einem frechen Cartoon-Buben, Schulkindern, die einen Clip realisieren, und einem Liedermacher auf der Suche. Schräg, verschroben, unterschiedlich in Form und Sprache zeigen sich die animierten und gespielten Episoden.

Kurzfilme im Kino sind eher eine Seltenheit, von Festivals einmal abgesehen. Nun präsentieren vier Schweizer Regisseurinnen «kunterbunte Kinderfilme». Annette Carle und Karin Heberlein haben 2010 die Kinderfilmproduktionsfirma Pixifilm gegründet. Pixifilm bietet Theater- und Filmkurse für Kinder und Jugendliche. So entstanden auch die Filme «Linus trifft Marius und die Jagdkapelle» (2011) und «Linard, Monti und die Musik» (2014). Linus ist ein vorwitziger Cartoon-Bub, der sich ins Musikerleben von Marius und seiner Jagdkapelle einmischt. Dabei entdeckt das Kerlchen die verschiedenen Instrumente. Der muntere Film mit der neugierigen Trickfigur Linus möchte das Interesse an Musik wecken und Kinder zum Musizieren animieren. Um Musik geht es auch bei «Linard, Monti und die Musik». Der bekannte Bündner Liedermacher Linard Bardill sucht Inspiration für ein neues Lied. Zusammen mit seinem vierbeinigen Gefährten Monti entdeckt er die zauberhafte Bergwelt des Alpenkönigs Ami Sabi. Nebenbei erfahren wir von den Liebesnöten der Maus Maroni.

Phantastisch geht es auch bei der Gute-Nacht-Geschichte zu, die ein Vater und seine Tochter erfinden. Sie tauchen in das Wolkenreich der Königin Po. Die Untertanen, Frau Triangel und Herr Vierangel, können sich mit der Schwebe, dem Hin und Her in den Wolken gar nicht abfinden und möchten die Königin abschaffen. Vater und Tochter lassen es bei ihrer Geschichte darauf ankommen und verändern die Po-Welt… «Königin Po» wurde an den Solothurner Filmtagen 2015 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Maja Gehrig kreierte den Kurzfilm.

Isabelle Favez dreht seit 1993 Animationsfilme. «Valise» (7 Minuten), ihr sechstes Werk, entstand bereits 2009. Ein Paar ist unglücklich, bis es zufällig in den «Besitz» eines Geldkoffers gelangt. Doch hinter diesem Beutestück sind nicht nur die Bankräuber, sondern auch Polizisten her. Kann Geld Sorgen entsorgen? Ein Animtionsfilm um einen bewegten Koffer, um Gier, Lug und Trug.

Ein spezieller Fall ist der Film «Pixi Dixi»: Sieben Schulklassen aus verschiedenen Schweizer Gemeinden haben einen dreiminütigen Clip in den vier Landessprachen erarbeitet, realisiert von Graines d’Animation.

Es ist der Produktionsfirma Abrakadabra und Claudia Wick sowie der Verleihfirma Frenetic Films zu verdanken, dass diese Kurzfilme zwischen 3 und 26 Minuten eine Kinochance erhalten. Angesprochen sind die jüngsten Kinogänger und ihre Eltern. Geboten werden kleine, sehr unterschiedliche Geschichten, behutsam inszeniert und mit Musik bereichert – witzig, hintersinnig, aber auch schlicht und kindgerecht – einem «Kleinen Prinzen» näher als Actionabenteuern à la Ice Age.

14.01.2016

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