Jem and the Holograms USA 2015 – 118min.

Filmkritik

Durchsichtig wie ein Hologramm

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Molly Ringwald und Juliette Lewis sollen der Verfilmung der 80er Jahre Kult-Comicserie Glaubwürdigkeit verleihen, aber auf seiner Gratwanderung zwischen süss und lächerlich rutscht Jem and the Holograms öfters auf die falsche Seite ab.

Als Jerrica (Aubrey Peeples) und ihre Schwester Kimber (Stefanie Scott) ihre Eltern verlieren, werden sie von Tante Bailey (Molly Ringwald) aufgenommen, die schon mit zwei Adoptivtöchtern (Aurora Perrineau und Hailey Kiyoko) lebt. Jerrica ist eine grossartige Singer/Songwriterin, sie ist aber zu scheu, ihre Talente zur Schau zu stellen. Als ihre Schwestern sie insgeheim filmen und den Clip unter dem Pseudonym JEM auf Youtube stellen, hat Jerrica im Handumdrehen tausende von Views. Das macht die Plattenproduzentin Erica Reymond (Juliette Lewis) auf sie aufmerksam, aber diese macht JEM und ihrer Band von Schwestern das Rockstar-Leben schwer.

Jem and the Holograms ist die Verfilmung eines TV-Comics aus den 80er Jahren, der die Abenteuer der pink-haarigen JEM und ihrer Pop-Band verfolgte. Die Filmemacher hoffen, damit sowohl die Eltern, die sich noch an den Cartoon aus ihrer Kindheit erinnern, als auch ihre Kinder anzusprechen. Aber ausser den pink-farbigen Haaren seiner Hauptdarstellerin und einem besserwisserischen Roboter namens Synergy hat der Film nur wenig mit seiner Vorlage gemeinsam, was in den USA Legionen von eingefleischten JEM Fans enorm verärgert hat.

Die Frage stellt sich also, ob Jem and the Holograms als Film für Jugendliche, die den Cartoon nicht kennen, bestehen kann und da wird der Film einen schweren Stand haben. Dank den Harry Potter und Hunger Games Filmen ist der Standard für Jugendfilme enorm gestiegen. Jem and the Holograms enthält zwar eine positive Girlpower Message, aber das Drehbuch ist voller Löcher und die Figuren sind eindimensional. Sicher, in einem von Männern dominierten Hollywood ist es enorm wichtig, dass Filme von, mit und über junge Frauen gemacht werden. Aber, Mädchen von heute sind clever und weltgewandt. Die meisten haben das Motto “Be Who You Are” verinnerlicht und lieben ihre Ecken und Kanten, die sie einzigartig machen. Diese Mädchen kennen Youtube und dessen Erfolgs- und Horrorgeschichten besser als ihre Hosentasche. Sie verdienen einen anspruchsvolleren Film als Jem and the Holograms.

17.12.2015

2

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Kommentare

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Travelmichi

vor 5 Jahren

Youtube Sängerin wird zum Star. Nette Story über Musik Buisiness und Familienwerte. Mir hat der Film gefallen.


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