Transformers: Ära des Untergangs China, USA 2014 – 165min.

Transformers: Ära des Untergangs

Filmkritik

Die Verschrottung muss warten

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Wirklich neu ist an Transformers: Age of Extinction nichts - außer die Tatsache, dass die menschlichen Hauptfiguren samt und sonders neu sind. Charakterliche Tiefe darf man zwar nicht erwarten, das menschliche Element des Films ist aber gerade in der ersten Hälfte deutlich stimmiger als es das bei den Vorgängern war.

Fünf Jahre sind vergangen, seit in Chicago Autobots und Decepticons gegeneinander gekämpft haben. Nun jagt eine Spezialeinheit des Geheimdienstes auch Autobots, deren metallische Form als Rohstoff zur Erzeugung eigener Transformers benötigt wird. Optimus Prime ist in eine Falle geraten, konnte aber entkommen. Ein Erfinder (Mark Wahlberg) bringt ihn wieder auf Vordermann, gerät aber mit seiner Familie zwischen die Fronten. Die Menschen wiederum erkennen nicht, dass sie den Weg ihres eigenen Untergangs beschreiten. Nur die Autobots können sie retten, aber warum sollten die erneut Leib und Leben riskieren?

Eines ist selbstverständlich auch klar: Wer mit den vorherigen Filmen nichts anfangen konnte, der wird auch mit Michael Bays neuester Materialschlacht nicht glücklich werden. Probleme der Vorgänger sind auch hier überdeutlich, eine zu starke Konzentration auf die Action, die besonders in der zweiten Hälfte ohne Unterlass die Sinne des Zuschauers attackiert. Aber auch der Verzicht auf eine heterogen erzählte Geschichte schadet dem Film, dessen Prämisse an sich ganz interessant ist, der aber zu sehr mäandert. Die Laufzeit von 167 Minuten ist schlichtweg zu lang.

Der Film zerfällt in zwei Teile. Die erste Hälfte will eine Geschichte erzählen, den Figuren ein klein bisschen Charakter verleihen, das ganz große Epos vorbereiten. Und die zweite Hälfte soll das dann einlösen, aber mehr als toll getrickste Action ist dann nicht mehr drin. Dabei hat Autor Ehren Kruger einen Subplot entwickelt, der die Linie für den nächsten Film gleich vorgibt, hat es Optimus Prime hier doch mit einem Kopfgeldjäger zu tun. Dessen Auftraggeber könnten im nächsten Film eine größere Rolle spielen, und das Ende verspricht auch einen Wechsel des Handlungsortes, was der Serie auch nicht schaden würde.

Schlichtweg enttäuschend sind die groß angekündigten Dinobots, die erst spät in die Handlung integriert werden und frei von jeder Charakterzeichnung sind. Nur seelenloses Metall, bereit zur Verschrottung, Kanonenfutter im großen Finale, in dem diesmal Hongkong (mehr oder minder) plattgemacht wird. Zwar ist der Film insgesamt besser als die Vorgänger, nach oben bleibt aber weiterhin viel Luft.

15.07.2014

3

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Kommentare

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dulik

vor 2 Jahren

"Transformers: Ära des Untergangs" ist ein wahrhaftiges Action-Feuerwerk.
Der Film bietet mehr Explosionen, Zeitlupen und Kämpfe als die Vorgänger. Doch dies ist nicht nur positiv, denn bei einer Dauer von fast 3 Stunden hat man sich irgendeinmal daran sattgesehen.
Und weil man fast alles auf Action gesetzt hat, haben Werte wie Charakterzeichnung, Dialoge und Handlung sichtlich darunter gelitten.
Insbesondere die Schlussphase macht aber richtig viel Spass und bringt das Heimkino so richtig zum Beben.
6.5/10Mehr anzeigen


bionicmax

vor 4 Jahren

Sehr gut am Anfang zum Schluss finde ich es ein bisschen zuviel in die Länge gezogen aber ich wurde sehr gut unterhalten.


djnoir

vor 4 Jahren

Hammer oder?


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