Paddington Frankreich, Grossbritannien 2014 – 95min.

Paddington

Filmkritik

Bärenstark

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Im Jahr 1958 erblickte der Paddington Bär das Licht der Welt. Michael Bond hatte das Kinderbuch verfasst, dem schon bald weitere folgen sollten. Noch bekannter wurde der Bär durch eine Puppentrickserie in den 1970er und eine Zeichentrickserie in den 1980er Jahren. Nun erlebt er sein erstes Filmabenteuer.

In Peru findet ein verheerendes Erdbeben statt, weswegen ein kleiner, sprechender Bär von seiner Tante nach London geschickt wird. Dort, so hat man es ihr einst erzählt, ist das Leben sicher und die Menschen sind freundlich und interessiert. Doch als der kleine Bär an der Paddington Station ankommt, muss er merken, dass dem nicht so ist. Keiner interessiert sich für ihn, nur die Familie Brown nimmt sich des kleinen Einwanderers an. Und das ist gut so, denn Paddington braucht Hilfe, ist doch eine bösartige Tierpräparatorin hinter ihm her.

Im Vorfeld gab es Bedenken, ob der computeranimierte Bär in einer realen Welt nicht wie ein rostiger Nagel herausstechen würde, aber dem ist bei weitem nicht so. Nicht nur, weil die Technik mittlerweile so exzellent ist, dass Paddington wie ein echtes, atmendes Lebewesen erscheint, sondern auch, weil er sich in einer Welt bewegt, die real und irreal zugleich ist. Erschaffen wird hier ein London der 1950er Jahre, das aber nicht wirklich jener Dekade zugeordnet werden kann. Es ist die idealisierte Version einer Stadt und einer Zeit, die einen ganz eigenen Charme entwickelt – so wie es auch der Bär macht.

Paddington ist ein Film für die komplette Familie. Zwar ist der Anfang mit dem Erdbeben und dem Verlassen der Tante gerade für die Kleinsten sicherlich etwas schwerer zu goutieren und auch die Erscheinung von Nicole Kidman als Tierpräparatorin ist ein klein wenig gruselig, aber in erster Linie lebt der Film schon von seinem Humor. Der kleine Paddington ist ein Schussel, das sorgt für einige Lacher – bei Jung und Alt.

Den älteren Semestern dient sich der Film aber nicht nur an, indem auf Nostalgie gesetzt wird, sondern auch, weil er ein paar ernste Momente in seiner Geschichte einbringt. Immerhin befasst er sich – das aber natürlich nur ganz nebenbei – auch mit einem brandaktuellen Thema, dem der Einwanderung. Das wird nur subtil angegangen, erhebt den Stoff aber über "normale" Kinderunterhaltung.

Adaptiert wurde das erste Buch, wobei man sich Freiheiten erlaubt hat, die aber homogen in die Geschichte eingebettet sind. In erster Linie gilt dies ohnehin für Kidmans Figur, die ein Element der Gefahr und Spannung in die Geschichte einbringen soll. Paddington ist ein warmherziger, höchst amüsanter, extrem gut getrickster Film, der einem ein Grinsen ins Gesicht zaubert.

22.12.2014

5

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Kommentare

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Schlosstaube

vor 4 Jahren

Witzig und herziges Bärchen...


skaane

vor 4 Jahren

Da fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt. Tolle Verfilmung. Herzig und mit einer guten Prise Humor � �


flisch

vor 4 Jahren

köstlich! nicole kidman hätte ich nicht gebraucht.


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