Guardians of the Galaxy USA 2014 – 122min.

Guardians of the Galaxy

Filmkritik

Marvels Stiefkinder im All

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Chris Pratt und Zoe Saldana als intergalaktische Weltraumkrieger in der unerwartet schrägen Adaption des unbekannten Marvel-Comics Guardians of the Galaxy.

Der tragische Krebs-Tod seiner Mutter sitzt Peter Quill (Chris Pratt) noch frisch in den Knochen als der 12-jährige Junge von einem UFO entführt wird. Etwa zwei Jahrzehnte später ist aus Quill ein intergalaktischer Vagabund, Schürzenjäger und rundum abgebrühter Junge geworden. Sein einziger Bezug zur Erde ist ein alter Walkman, der ein Mixtape mit den 70er-Jahre-Lieblingshits seiner Mutter spielt. Als er auf der Jagd nach einer mysteriösen Kugel mit der Kampfmaschine Gamora (Zoe Saldana), einem Waschbären namens Rocket (Stimme: Bradley Cooper) und Groot dem Baummenschen (Stimme: Vin Diesel) im Gefängnis landet, spannt das Quartett mit Drax dem Destroyer (Dave Bautista) zusammen, um die Galaxis vor dem Bösen zu retten.

Braucht es wirklich einen weiteren Superhelden-Film nach Comic-Vorlage? Kaum, und schon gar nicht einen, der auf einem gänzlich unbekannten Marvel-Comic wie Guardians of the Galaxy basiert. Aber dann sitzt man im Kino und aus den Lautsprechern dröhnt: "Huga-chaka, huga-huga-huga-chaka", und Chris Pratt schwingt seine Hüften zu lange nicht mehr gehörten Schlagern aus den 70ern - wie "Hooked on a Feeling" von Blue Swede, Redbones "Come and Get Your Love" oder "Cherry Bomb" der Runaways. Und, als wären sie von Quentin Tarantino zu einem Filmsoundtrack zusammen gestellt worden, kommen diese Songs in dieser Comic-Adaption zwar völlig schräg daher, sie verleihen dem Film aber unerwartete Komik und Charme.

Chris Pratt spielt den intergalaktischen Starlord als wäre er Han Solos rebellischer und verantwortungsloser Neffe, Zoe Saldana als einsame Kriegerin in grün ist genauso hübsch wie als blaue Na'vi in Avatar und das Comedy-Duo Waschbär und Zimmerlinde stellen sich als Lieblinge der Kinder heraus. Star Wars-Ähnlichkeiten sind völlig beabsichtigt. Unter der Regie des Indie-Regisseurs James Gunn entstand eine erfrischend neue Version des ausgelutschten Genres des Superhelden-Films. Und vielleicht gerade weil von Guardians of the Galaxy als Stiefkind des Marvel Universums wenig erwartet wurde, ist das gelungene Resultat und der Erfolg dieses schrägen Superhelden-Films umso erfreulicher.

26.08.2014

4

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Kommentare

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Janissli

vor 2 Jahren

Coole Szenen und tollen Kostümen. Der Film hat voll überrascht und uns direkt dazu bewogen den zweiten Teil im Kino zu schauen.


cffan

vor 2 Jahren

Toll hab mir nach dem ersten schauen auch gleich die DVD gekauft. Buntes Design coole Story gut e special effects, manchmal auch emotional


Deg89

vor 4 Jahren

Superheldenabenteuer mit reichlich spaß und abgedrehten Charakteren. Außer gute Laune bietet der Film jedoch recht wenig. Die Action ist sehr überspitzt, die Handlung ziemlich dünn und der Bösewicht eine einzige Klischeekarikatur.


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