Wrong Cops Frankreich, Russische Föderation, USA 2013 – 83min.

Filmkritik

Neben den Stiefeln

Rolf Breiner
Filmkritik: Rolf Breiner

Gesetzeshüter sehen normalerweise anders aus. Aber bei Quentin Dupieux (Rubber) sind schräge Typen an der Tagesordnung. Trash pur – nur für Filmfreaks.

Da steht einer mit der Knarre vor ihr und lässt nicht locker: "Zeig mir deine Brüste!" Die Frau schaut den Kerl in Cop-Montur ungläubig an und legt los. Sie spritzt dem feisten Polizist Pfefferspray oder ähnliches in die, nun ja, Fresse. Applaus! So etwas gibt's nur in Los Angeles – oder? Cop Duke (Mark Burnham) ist so einer. Doch der Typ mit Schmierbauch steht nicht nur auf Brüste, sondern dealt kräftig und verpackt den Stoff in tote Ratten. Fällt ja weniger auf. Er hat den Finger schnell am Abzug und knallt eher fahrlässig einen Nachbarn über den Haufen. Jetzt heisst es, den Leichnam zu entsorgen, dazu wird ein Kollege erpresst. Aber dann?

Andere krude Kollegen treiben es nicht minder bunt. Einer mit Familie treibt es heimlich als Pornodarsteller und wird erpresst. Ein einäugiger Soundtüftler (Eric Judor) bastelt an einem Technohit, Officer Holmes (Arden Myren), hat es faustdick hinter den Ohren und krallt sich das Erpressergeld. Das beknackte Cops-Corps vervollständigen Officer Sunshine (Steve Little) und Officer de Luca (Eric Wareheim). Und dann kreuzt noch ein in die Jahre gekommener Teenager (Marilyn Manson) auf.

Die Story ist so krude wie die Darsteller, die episodenweise vorgeführt werden. Es gibt aberwitzige Momente, böse Nackenschläge, aber auch viel Humbug, Gewalt und Menschenverachtung. Der französische Tausendsassa Quentin Dupieux - er besorgte Buch, Regie, Bild, Schnitt und Musik - wollte sich einen derben Spass machen, Macht- und Machtspiele an den Pranger stellen. Er zitiert seinen eigenen Film Rubber und trifft zielgerecht unter die Gürtellinie, badet im Vulgären und Obszönen.

Wrongs Cops versteht sich auch als zügellose Satire auf eine Zeit in Los Angeles, wo Verbrechen abgeschafft wurden und die Cops zur "Selbsthilfe" greifen. Der schrille Film möchte sich wohl an Tarantino-Trips anlehnen, ist jedoch meilenweit davon entfernt. Trash pur - nur für Fans!

06.02.2017

4

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