The Hangover Part 3 USA 2013 – 100min.

Filmkritik

Der Rausch ist vorbei

David Siems
Filmkritik: David Siems

Die Luft ist raus, die Story zu nüchtern: Teil drei der Junggesellen-Buddy-Reihe versucht sich als flotte Action-Komödie, scheitert aber im großen Stil. John Goodman als Mafia-Boss hübscht die Rückkehr nach Las Vegas ein bisschen auf, doch seine Rolle ist zu klein, um dem Film seinen Stempel aufzudrücken. Ein Finale, so aufregend wie ein Glas Mineralwasser.

Wo sind die Drogen? Wo ist der Alkohol? Wo ist der Filmriss? Statt die bewährten Erzählmuster aus Teil eins und zwei noch einmal zu kopieren, wagt Autor und Regisseur Todd Phillips einen Neuanfang. Das ist an sich löblich, allerdings langweilt er damit gehörig. Doch der Reihe nach: Hangover 3 beginnt mit einem guten, makabren Giraffen-Gag auf der Autobahn. Wer den Trailer gesehen hat, kann sich aber die ersten zehn Minuten sparen und noch schnell Popcorn holen gehen.

Danach geht es gemächlich weiter: Nach dem Tod seines Vaters soll Kindskopf Alan (Zach Galifianakis) in ein Heim für schwer erziehbare, nun ja, Erwachsene überführt werden. Seine "Wolfsrudel"-Buddies Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und Doug (Justin Bartha) machen sich gemeinsam mit ihm auf den Weg nach Arizona – und geraten auf dem Highway in die Hände von Gangstern. Es geht um eine Menge Gold, den vertrauten und extrovertierten Großganoven Chow (Ken Jeong) und, mal wieder, um Las Vegas. Die Gangster behalten Doug als Pfand – und das bewährte Trio wird wieder um allerhand Erfindungsreichtum gebeten.

Klar, es gibt eine Reihe von guten Gags mit Querverweisen auf die ersten beiden Teile. Erneut ein paar Pipikacka-Witze mit homoerotischem Unterton und weitere Sprüche unter der Gürtellinie. Doch Dramaturgie und Geschichte bleiben im buchstäblichen Sinn zu nüchtern. Teil drei ist allenfalls eine ambitionierte Geiseldrama-Action-Komödie, die ihren singulären Charme – Männer um die 40 mit Filmriss – verloren hat. Die Rückkehr nach Las Vegas ist wie das zweite Mal nach Disneyland zu kommen: Eigentlich ganz nett hier, aber alles schon mal gesehen. Regisseur Todd Phillips behilft sich ein paar mäßiger Fallschirm-Stunts und Auto-Verfolgungsjagden, um dem Film rasante Schauwerte zu verleihen, aber das reißt niemanden von den Kinositzen. Der aus der Narkose erwachende Tiger auf dem Rücksitz? Mike Tyson am Mikro? Sex mit thailändischen Transen? Auf solche Highlights aus den vergangenen Teilen wartet man hier vergeblich.

Immerhin darf sich Alan verlieben! Doch wie man weiß, ist die Liebe zwar das Schönste auf der Welt, doch sie zerstört jedes scheinbar unerschütterliche Männerbündnis auf empfindliche Weise. Auch wenn Todd Phillips sein Hangover-Finale in den (Wüsten-)Sand von Las Vegas gesetzt hat – das Ende nach dem Abspann hat es noch mal in sich. Also Geduld mitbringen – und bis zum Schluss verharren.

17.06.2013

3

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Kommentare

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1234jopy

vor 5 Jahren

Schade, der erste Film war wirklich top. Jetzt geht es nur noch ums Ausschalchten.


riexx75

vor 5 Jahren

too much, over the top


ditsche8

vor 5 Jahren

Gut fand ich bei den ersten Teilen die Straßenszenen in Bangkok und die legendäre lebua at state tower sky bar!


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