Rush Deutschland, Grossbritannien, USA 2013 – 123min.

Filmkritik

Ziemlich beste Rivalen

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Im Fokus von Ron Howards Formel 1-Drama steht die legendäre Rivalität zwischen dem Österreicher Niki Lauda und dem Engländer James Hunt, die 1976 ihren dramatischen Höhepunkt erreichte. Weit entfernt von einer Aneinanderreihung beliebiger Rennsequenzen, präsentiert sich der Film in erster Linie als - freilich zugespitztes - Psychogramm zweier grundverschiedener Sportler.

Schon als Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt (Chris Hemsworth) in unteren Rennwagenklassen gegeneinander antreten, entwickelt sich ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken. Während der disziplinierte Österreicher seinen Weg in die Formel 1 durch Kredite finanzieren kann, verlässt sich der leichtlebige Brite auf seinen Gönner Hesketh (Christian McKay). Als dieser seine Rennambitionen nach erfolgloser Sponsorensuche begräbt, heuert Hunt 1976 bei McLaren an. Wirklich gefährlich wird er seinem für Ferrari fahrenden Widersacher aber nicht. Erst nach einem schweren Unfall des Österreichers auf dem Nürburgring wendet sich das Blatt zu Gunsten des Engländers.

Schon 2008 bewiesen Regisseur Ron Howard und Drehbuchautor Peter Morgan in Frost/Nixon eindrucksvolles Gespür für eine auf wahren Begebenheiten beruhende filmische Duellsituation. Das zu großen Teilen in Deutschland gedrehte Rennfahrerdrama Rush ist in seiner Anlage vielleicht etwas weniger raffiniert, entfaltet nach einer ausführlichen Exposition aber eine wirkungsvolle Dynamik.

Spektakuläre Rennszenen sind zunächst rar gesät, da die Filmemacher vor allem an der Gegenüberstellung der beiden Protagonisten interessiert sind. Hunts ausschweifender Lebensstil, sein Hang zum Risiko und zu Frauengeschichten treffen auf Laudas Streben nach technischer Perfektion, sein analytisches Denken und sein bisweilen arrogantes Auftreten. Auch wenn Chris Hemsworth in der Rolle des englischen Draufgängers zu überzeugen weiß, ist es vor allem Daniel Brühl, der dem Film seinen schauspielerischen Stempel aufdrückt.

Je mehr die Handlung auf Laudas verhängnisvollen Unfall bei der WM 1976 zuschreitet, desto temporeicher gerät die Inszenierung. Die nun vermehrt eingestreuten Rennpassagen veräußern den bereits vorher etablierten bedingungslosen Konkurrenzkampf. Dabei gelingt es Howard und Morgan, die Spannung konstant hochzuhalten, was umso bemerkenswerter ist, da der Ausgang der Ereignisse vielen Zuschauern bekannt sein dürfte. Wenngleich die Schlussszenen ein wenig überfrachtet erscheinen, bietet Rush größtenteils packende Unterhaltung, die sich auch an ein Publikum richtet, das ansonsten nicht mit dem Motorsport vertraut ist.

16.09.2013

4

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Kommentare

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Barbarum

vor 5 Jahren

Interessantes Biopic, dass durch das Aufeinandertreffen, zweier unterschiedlich gestalteter Charaktere bestens unterhält.


julianne

vor 6 Jahren

WOW WOW was für ein Film und sportlerdrama!!!!! Und der Film wurde nicht für best Motion picture nominiert Skandal genial!!!! 2 super Hauptdarsteller Daniel Brühl bravo!!!!!!! 😀 😀 😀 😀 😀 😀 😀


muniweh

vor 7 Jahren

Auch den Film wollte ich nicht sehen. Ich dachte, wen interessiert schon eine Biografie von Niggi Lauda! Aber der Film war einfach top, von Anfang bis Ende super toll und spannend und keine Sekunde langweilig.


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