Riddick Grossbritannien, USA 2013 – 119min.

Filmkritik

Riddick: Dead Man Stalking

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Nach dem enttäuschenden Einspiel des Vorgängers, der Riddicks Geschichte größer und epischer aufzog, hätte man mit einer Fortsetzung nicht mehr gerechnet. Aber Regisseur David Twohy und Darsteller Vin Diesel wollten die Figur nicht aufgeben. Mit Riddick führen sie sie nun zurück zu ihren Wurzeln.

Riddick war der Herrscher der Necromonger, doch die Jahre haben ihn unachtsamer gemacht. Als er mit einigen seiner Leute loszieht, um seinen Heimatplaneten Furya zu finden, wird er von diesen hintergangen und auf einem trostlosen Planeten als tot zurückgelassen. Aber Riddick hat überlebt. Und er überlebt auch weiterhin, ungeachtet all der Monstren, die auf dieser Welt hausen. Um von dort wegzukommen, muss Riddick Kopfgeldjäger anlocken. Die wollen seinen Kopf, müssen aber auf die harte Tour lernen, dass Riddick sich seiner Haut sehr effektiv erwehren kann.

Riddick setzt den direkten Vorgänger nur insofern fort, als dass kurz auf seine Zeit als Herrscher der Necromonger eingegangen wird, inklusive einem winzig-kleinen Auftritt von Karl Urban als Vaako. Ansonsten ist von diesem Film nur die mythologisch übersteigerte Hauptfigur geblieben, der zweite Teil gestaltet sich indes mehr wie ein aufgemotztes Remake von Pitch Black. Die Situation ist ähnlich, mit dem Unterschied, dass Riddick hier vom ersten Moment an die Hauptfigur ist.

So sehr man Twohy und Diesel auch vorhalten mag, dass sie diesmal auf Nummer sicher gehen, muss man ihnen auch attestieren, dass sie beim Film selbst keine Kompromisse eingehen. Es bedarf einigen Mutes, in der ersten halben Stunde kaum Dialoge einzubauen. Kurze Off-Kommentare, ein Rückblick, mehr braucht es zu Beginn nicht. Stattdessen wird Riddicks Überlebenskampf in einer lebensfeindlichen Umgebung gezeigt. Es ist der Planet selbst, mit dem er hier ringt, und das ist aufregender als der spätere Kampf gegen die Kopfgeldjäger, weil es urtümlicher, wilder und "erdiger" ist. Aber auch, weil es sich von Pitch Black so angenehm unterscheidet.

Mit der Ankunft der Kopfgeldjäger kehrt man in die Wohlfühlzone des ersten Teils zurück. Einem der Handlungsträger muss sogar eine Verbindung zu einem der Unglückseligen aus Pitch Black angedichtet werden. Düster wird es am Ende, wenn auch nicht so pechschwarz wie früher. Dass in der Dunkelheit etwas ist, vor dem sich die Menschen mehr als vor Riddick fürchten müssen, ist wenig überraschend, führt aber zumindest zum Anfang des Films zurück. Kleiner in seiner Ambition, aber dichter in der narrativen Struktur ist Riddick aufgemotztes Wiederkäuen. Das mag mitunter ein wenig aufstoßen, schmeckt aber tatsächlich gar nicht so schlecht.

15.10.2013

4

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Kommentare

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Gelöschter Nutzer

vor 7 Jahren

Solange Riddick geächtet oder gejagt wird, bleibt er interessant. Quasi wie im echten Leben sind die interessant, denen wir irgendwas zu sagen haben


Barbarum

vor 7 Jahren

Der dritte Teil der Reihe funktioniert besser, wenn man die Chroniken geistig ausklammert. Mit einer Rückblende wird versucht, vom zweiten Teil zur Ausgangsposition von diesem Streifen hier überzuleiten. Doch das ganze wirkt eher über- und nicht wirklich flüssig. Doch wenn man "Riddick" einfach als Fortsetzung zu "Pitch Black" begreift, macht er ordentlich Laune und liefert, was man sich von ihm erwartet.Mehr anzeigen


ElizeH

vor 7 Jahren

La première heure est plutôt bien faite et la photographie est léchée et attrayante, mais après ça se gâte un peu et les dialogues sont très creux et insignifiants.


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