Red 2 Kanada, Frankreich, USA 2013 – 116min.

Filmkritik

Zahnlos

Cornelis Hähnel
Filmkritik: Cornelis Hähnel

Eigentlich sollte man als Rentner seinen beschaulichen Alltag zwischen Käsekuchen, Krankengymnastik und zeitaufwändigen Hobbys verbringen. Doch im Fall von Frank Moses (Bruce Willis) verträgt sich das Wörtchen Ruhe nicht mit Ruhestand: Der Ex-CIA-Agent, der während seiner aktiven Berufszeit für die ganz sensiblen Operationen zuständig war, muss sich auf seine alten Tage das süsse Nichtstun erneut mit vollem Körpereinsatz verdienen.

Diesmal begibt er sich mit seiner Freundin Sarah (Mary-Louise Parker) und seinem alten Kollegen Marvin (John Malkovich) auf die Suche nach einer geheimen Superbombe, die vor 32 Jahren gebaut wurde und dann spurlos verschwand. Doch noch immer könnte die Bombe das Gleichgewicht der Weltmächte gehörig ins Wanken bringen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Nach dem Überraschungserfolg von Red war eine Fortsetzung eigentlich nur eine Frage der Zeit. Die Regie hat dieses Mal Dean Parisot, der Ehemann der 2010 verstorbenen Tarantino-Cutterin Sally Menke, übernommen. Wieder heißt es Rückendeckung statt Rheumadecke, doch wie so oft ist ein Sequel nicht immer die beste Idee und so ist »Red 2« auch nur eine etwas zahnlose Variation des ersten Teils geworden.

Glücklicherweise ist das großartige Schauspieler-Ensemble vom Vorgänger wieder mit an Bord und mit Anthony Hopkins als wirr-fanatischer Wissenschaftler wurde das Team der alten Haudegen sogar noch adäquat erweitert. Aber auch die gelungenste Besetzung kann nicht über die Schwächen der Geschichte hinwegtäuschen: Die Story ist ebenso vorhersehbar wie hanebüchen und scheint mitunter lediglich als Lückenfüller zwischen den Actionsequenzen zu dienen.

Wie bereits im ersten Teil steht auch hier die Action im Mittelpunkt des Geschehens und die ist erneut komödiantisch geprägt. Doch der Versuch, die gleiche Dichte an Explosionen und Gags zu erreichen, ist zu viel des Guten - zu oft wird auf Pointe geschossen und die Schraube der Selbstironie ein wenig überspannt. Die Dominanz der Action versucht man bei Red 2 mit aufregenden Location zu kaschieren. Und so kracht und knallt es diesmal etwa in Montreal, Paris und London.

Doch was bei James Bond als Teil des Konzepts funktioniert, entlarvt sich hier als bloße Fassade. Überhaupt erscheint Bruce Willis als Frank Moses als ein etwas prolliger 007 mit Hang zur Monogamie. Dennoch hat der Film seine besten Momente, wenn Frank sich mit seiner Freundin Sarah in bester Screwball-Manier zum verbalen Schlagabtausch begibt. Und natürlich wenn Helen Mirren voller Anmut durch den Kugelhagel schreitet. Doch das hat man bereits genauso gut im ersten Teil gesehen.

17.03.2015

2

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Kommentare

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Barbarum

vor 4 Jahren

Etwas an den Haaren herbeigezogen, aber durchaus unterhaltsam.


techdealer

vor 5 Jahren

Bruce Willis und John Malkowich sind echt die Knaller. Denen kann man stundenlang zusehen - absolut unterhaltsam und actionreich und witzig


lu13152

vor 6 Jahren

Top-Besetzung und noch besser als Teil 1.


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