Die Monster Uni USA 2013 – 110min.

Die Monster Uni

Filmkritik

Schreck lass nach, Mike und Sulley sind zurück

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Zwölf Jahre sind seit dem ersten Film vergangen. Mindestens so viele Jahre führt der neue Film in die Vergangenheit zurück. In Form eines Prequels wird erläutert, wie aus Mike und Sulley beste Freunde wurden. Das funktioniert im Rahmen einer naiv-unschuldigen College-Komödie, die mit sportlichem Underdog-Flair garniert ist.

Der kleine Mike möchte unbedingt ein Erschrecker werden. Davon träumt er sein Leben lang. Als er dann die Monster-Uni besucht, scheint sein Traum wahr zu werden. Er ist Teil des Erschreckerprogramms, doch wegen eines Zwists mit Sulley werden beide aus dem Programm entfernt. Aber es gibt eine Möglichkeit, dort wieder aufgenommen zu werden. Dafür müssen Mike und Sulley mit ihrem Team - allesamt nicht das, was man sich unter Erschrecker vorstellt – die Scare Games gewinnen. Aber das ist leichter gesagt als getan, stehen sich Mike und Sulley doch zuerst selbst im Weg.

Ginge es nicht um Monster und um das Erschrecken, Monsters University könnte ebenso gut mit echten Menschen gedreht sein und an einem x-beliebigen College spielen. Tatsächlich hat man Filme dieser Couleur über die Jahre einige gesehen. Es ist die typische Geschichte der Außenseiter, die sich zusammenraufen müssen, um es allen zu zeigen, die sich über sie lustig gemacht haben. Das wird ausgesprochen sympathisch dargeboten, wobei die Vielzahl an Monstern bis in die kleinsten Nebenrollen mit eigenem Charakter ausgestattet ist. Die bunte Monsterschar unterscheidet sich nicht nur optisch, ein jeder hat auch liebenswerte Eigenschaften. Das gilt sogar für Figuren, die nur über den Campus schlurfen – oder, wie im Fall der Schnecke, spurten, wenn man das denn so nennen kann.

Technisch praktisch perfekt, zeigt der Film im direkten Vergleich zum Vorgänger, welche Qualitätssprünge die Animation in den letzten Jahren gemacht hat. Haare, aber auch die Texturen von Jacken sehen absolut realistisch aus, manche Straßenaufnahmen bieten sogar extremen Fotorealismus.

Man könnte dem Film vorwerfen, dass er nichts wagt. Was geboten wird, ist simpler Genrestandard, das aber mit unheimlich viel Esprit. Der Film ist dabei so vergnüglich, dass man ihm die konventionelle Erzählweise nicht übelnimmt. Am Ende ist man dann sogar rechtschaffen überrascht, dass doch noch eine bisschen Originalität herausgekommen ist. Wenn Mike und Sulley sich in einer Blockhütte wiederfinden und natürlich Probleme bekommen, greift der Streifen auf die Manierismen eines Horrorfilms zurück und parodiert diese zugleich.

Das Fürchten lehrt er nicht, wohl aber, dass Freundschaft über alles geht – und der Glauben an einen selbst Berge versetzen kann. Ein Monsterspaß für Groß und Klein.

01.04.2014

4

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Kommentare

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Barbarum

vor 3 Jahren

Ein Prequel zum grandiosen "Monster's Inc. " hätte ich zwar nicht wirklich gebraucht. Trotzdem ist es schön die bekannten Figuren aus einem anderen Blickpunkt noch einmal zu treffen.


riexx75

vor 4 Jahren

ganz OK, ich hatte höhere erwartungen, aber trotzdem sehenswert


oscon

vor 5 Jahren

Wie hat alles mit Mike und Sully angefangen? Monsters University soll den Werdegang des Dream-Teams der Monster AG zeigen:
Herausgekommen ist ein Buddy-Movie in Form einer Highschool-Komödie.
Allerdings ist es mit Sequels so eine Sache: Gerade bei aktuellen Fortsetzungen oder auch Spinn-Off's) von PIXAR's Perlen scheint man die Beteiligung des Mutterunternehmens Disney negativ zu merken:
War die Monster AG noch erzählerisch rep. von der Idee her ein Knüller, ist die Umsetzung der Vorgeschichte nichts weltbewegendes.
Schade ist auch, dass der durch die Trailer (Stichwort: Discokugel) und Zitate des ersten Films ("ich war beim Football immer der Ball... ") aufgebaute Spassfaktor im Film so nicht umgesetzt wurde.
Was bleibt, sind gute Gags und die grafische Umsetzung: Technisch ist der Film ein absoluter Höhepunkt, die Szenerien wirken fotorealisitisch.
Anmerkung: Geradezu visuell, wie erzählerisch sensationell wirkt dagegen der (auch auf der Blu-Ray vorhandene) obligate Vorfilm von Pixar: Der blaue Regenschirm. (3 Sterne ***)Mehr anzeigen


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