Homefront USA 2013 – 100min.

Filmkritik

B-Movie im A-Gewand

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Daraus hätte auch der letzte Auftritt von Rambo werden können, erklärte Drehbuchautor Sylvester Stallone einmal. Es kam anders: Stallone hat Homefront wieder der Romanvorlage von Chuck Logan angenähert und die Hauptrolle mit Jason Statham besetzt.

Phil Broker (Jason Statham) brachte als Undercover-Polizist den Boss einer Biker-Gang in den Knast. Der schwörte Rache, da bei der Aktion auch sein Sohn starb. Broker zog mit Töchterchen Maddy in eine Kleinstadt. Ein Streit mit der Mutter eines Jungen, den Maddy niedergeschlagen hat, eskaliert, als die Mutter ihren Bruder auf ihn ansetzt, den Drogengauner Gator (James Franco). Als dieser herausfindet, wer Broker wirklich ist, sieht er die Chance seines Lebens gekommen.

Homefront ist ein Film nach klassischer Struktur - nicht nur nach jener des Action-Kinos der 80er Jahre, sondern auch des Westerns aus den 50ern. Der Film bedient zwar die typischen Konventionen, das prominente Ensemble schafft es aber, die schablonenhaften Figuren zum Leben zu erwecken. Der Film um einen Einzelkämpfer, der seine Familie schützen muss und sich einer Übermacht gegenübersieht, ist nicht neu. Stallones Drehbuch geht allerdings nicht sofort in die Vollen, sondern versucht, den Figuren etwas Eigenleben zu bescheren.

Während Jason Statham wenig mehr macht, als sein übliches Repertoire abzuspulen, ist ein James Franco hier unterfordert. Er ist besser als das ihm zur Verfügung stehende Material, er veredelt es aber auch. Brillant ist die Szene, in der Gators Meth-Labor in die Luft fliegt: Die Großaufnahme von Francos Gesicht ist eine Wucht. Hier spielen sich Trauer, Unverständnis und unendlicher Schmerz ab. Es ist, als hätte er zusehen müssen, wie sein Lieblingshund massakriert wurde. Ist das für einen Film wie Homefront übertrieben? Natürlich, aber das ist auch gut so.

Homefront erfindet das Rad nicht neu, als Action-Film klassischen Zuschnitts, aber mit moderner Ästhetik und grossen Namen (unter ihnen auch Winona Ryder, Kate Bosworth und Clancy Brown) bietet er jedoch schnörkellose Unterhaltung. Und das nicht nur für Action-Fans.

22.01.2014

4

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Kommentare

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Patrick

vor 3 Jahren

08:15 Vater-Tochter Drama trifft auf 08:15 Haudrauf Movie.Das ganze kommt im Oldschool Manier daher.Ist Unterhaltsam aber auch nicht umwerfend,08:15 eben.


Schlosstaube

vor 6 Jahren

Super! Spannend bis zum Schluss. Wieder mal ein Film der das Geld wert war.


Barbarum

vor 6 Jahren

Zugegeben die Dialoge und die Sets sind zum Teil recht kitschig. Aber schliesslich geht es hier hauptsächlich um die Action und die ist grösstenteils sehenswert und schnörkellos inszeniert. Dazu kann der Film auch durch eine gelungene Besetzung punkten.


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