Broken City USA 2013 – 109min.

Filmkritik

Mit aller Macht

Björn Schneider
Filmkritik: Björn Schneider

Der New Yorker Bürgermeister vermutet, dass ihn seine Frau betrügt. Um sie der Untreue zu überführen, bietet er einem Privatdetektiv 50'000 Dollar. Er soll die Beweis-Fotos liefern. Broken City sieht sich in der Tradition von Großstadt-Western wie Chinatown, enttäuscht als konfuser Genre-Mix mit unplausibler Story und austauschbaren Figuren aber auf der ganzen Linie.

Ein unmoralisches Angebot, das er einfach nicht ablehnen kann: Der New Yorker Bürgermeister Nicholas Hostetler (Russell Crowe) bietet dem nun als Privatdetektiv arbeitenden Ex-Cop Billy Taggert (Mark Wahlberg) 50'000 Dollar für die Observierung seiner attraktiven Frau (Catherine Zeta-Jones). Der erfolgsverwöhnte Politiker geht davon aus, dass sie ihn schon seit längerem betrügt. Klingt für Taggert alles nach einem Routinejob, der schnell erledigt ist. Doch als er die verlangten Beweisfotos abliefert, ahnt er bereits, dass etwas nicht stimmt. Plötzlich findet er sich in einem Skandal wieder, bei dem er nur den Kürzeren ziehen kann. Denn Hostetler setzt all seine Beziehungen ein, um an der Macht zu bleiben. Koste es, was es wolle.

Broken City ist der erste Film, der von Allen Hughes ohne seinen Zwillingsbruder Albert inszeniert wurde. Gemeinsam führten die zwei bereits bei solch unterschiedlichen Werken wie dem Gothic-Grusler From Hell oder dem Endzeit-Actioner The Book of Eli Regie. Im Gegensatz zu diesen beiden Filmen fällt das Solo-Debüt von Allen Hughes jedoch deutlich ab. Ein verwirrender Plot und die schwach ausgearbeiteten Figuren machen aus dem Film leider einen unausgegorenen Genre-Mix, der sich zwischen Polit-Thriller und Großstadt-Krimi einfach nicht entscheiden kann.

Hughes sieht seinen Film ganz in der Tradition solcher klassischer Großstadt-Western wie Chinatown oder L.A. Confidential. Mit seinen großen Vorbildern kann der Film jedoch zu keinem Zeitpunkt mithalten, zu unübersichtlich ist das komplexe Storygeflecht und zu beliebig sind die Figuren. Mark Wahlberg bleibt als holzschnittartig angelegter Ex-Cop ebenso blass wie Catherine Zeta-Jones, die als verführerische Politiker-Gattin in ihrer Rolle lediglich gut aussehen darf, darstellerisch aber nie echte Akzente setzen kann und ebenso austauschbar agiert wie Wahlberg.

Einzig Russell Crowe spielt auf gewohnt hohem Niveau. Sein Bürgermeister ist zwielichtig und doppelbödig und damit als Charakter wesentlich interessanter und spannender als die unterentwickelten Figuren des Privatdetektivs und der Ehefrau. Crowe spielt den Politiker, der vor nichts zurückschreckt, um seine Machtposition zu halten, herrlich schmierig und überzogen. Einer der wenigen positiven Aspekte des Films. Ein weiteres großes Problem von Broken City ist jedoch das konfuse Story-Wirrwarr, das es dem Zuschauer alles andere als leicht macht. Die Handlung wird im Verlauf des fast zweistündigen Films stetig unplausibler und das überraschende Ende mit seinem klaren Statement zum Thema Selbstjustiz ist eher fragwürdig als gelungen. Immerhin: Die wenigen packenden Action-Szenen sind hingegen tadellos und sorgen zumindest für ein paar wenige gelungene Schauwerte.

16.04.2013

2

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Kommentare

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oscon

vor 4 Jahren

Routinierter Polit-Thriller mit Mark Wahlberg, Russell Crowe und Catherine Zeta-Jones.
Ex-Cop (wahlberg) erhält vom Bürgermeister (Crowe) die vermeindliche Affäre seiner Frau (Zeta-Jones) aufzudecken und gerät in ein abgekartertes Schmierengeflecht 'rund um den Wahlkampf des NY-Bürgermeisteramtes.
Leider ist das Ende (nach Aufdeckung der eigentlichen Verschwörung) absehbar und darum wenig überraschend.Mehr anzeigen


Barbarum

vor 4 Jahren

Den Darstellern kann man eigentlich nichts vorwerfen, nur wird ihnen, im Besonderen einer hier verschwendeten Zeta-Jones, einfach zu wenig gegeben, um zu glänzen. Die Story ist zu beliebig und es fehlt an Nervenkitzel.


annenli

vor 5 Jahren

Guter Film


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