Zoolander 2 USA 2016 – 102min.

Zoolander 2

Filmkritik

Die Idioten sind zurück!

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Justin Bieber flieht in Rom vor Schergen auf Motorrädern. Die zwei wollen ihm ans Leder, doch einen kann er erledigen. Dann sitzt Bieber in der Falle. Kühn erklärt er, dass sie den Auserwählten nie kriegen werden, dann wird er von einer Maschinenpistolensalve in ein menschliches Sieb verwandelt. So fängt Zoolander 2 an, die Fortsetzung, auf die kaum noch jemand gewartet hat, mit der Ben Stiller und Owen Wilson aber zu einem alten Erfolg zurückkehren.

Seit dem Tod seiner Frau und dem Verlust seines Sohns – er kam ins Waisenhaus, weil sein Vater ein Idiot ist – lebt das Ex-Model Derek Zoolander als Eremit. Aber dann wird er zu einem Comeback in Rom verführt, wo er auf seinen alten Kumpel Hansel trifft, der sich auch von allem zurückgezogen hatte, seit er im Gesicht entstellt wurde. Nun wollen sie den alten Erfolg zurück. Zoolander, weil er seinen Sohn wiederhaben will, Hansel aus welchen Gründen auch immer. Doch beide haben keine Ahnung, dass sie nur Spielsteine in einem weit größeren, weit perfideren Spiel sind. Wieder einmal steht die Welt der Mode Kopf!

Schon das Original war reichlich dämlich, der zweite Teil kann das aber noch locker toppen. Es ist geradeso, als hätte man die irrsinnigsten Ideen, auf die man nur kommen kann, über mehr als ein Jahrzehnt lang gären lassen. Das Ergebnis zeigt sich nun in diesem an Wahnwitz nicht zu überbietenden Film, der eine derart hanebüchene Handlung präsentiert, dass man bisweilen das Gefühl hat, auch die Filmemacher selbst hätten nicht mehr so recht gewusst, was sie eigentlich erzählen wollen.

Stattdessen hangelt man sich einer Nummernrevue entlang, die für die Haupthandlung zumeist völlig irrelevant ist, aber zumindest in zwei Kategorien punkten kann. Erstens werden die Episödchen immer schräger, zweitens gibt es eine ganze Legion von Cameos – manche spielen sich dabei selbst, wie Bieber, Billy Zane oder Kiefer Sutherland, der hier von Hansel schwanger ist, andere spielen Kunstwesen, bei denen man nicht weiß, ob sie Mann oder Frau sind. So ätherisch fremdartig wie hier hat man Benedict Cumberbatch sicherlich noch nie gesehen.

Bei Zoolander 2 ist alles überdreht, die James-Bond-mäßige Geschichte wird wie die Klamotten der Akteure von Minute zu Minute schriller, bis man alles schluckt – selbst Superkräfte, die sich aus einem übersteigerten Selbstwertgefühl ergeben. Bei Zoolander 2 werden sich die Geister scheiden. Wer den ersten mochte, hat gute Chancen auch hier bestens unterhalten zu werden, aber eines muss dabei auch klar sein: Gemäß den Regeln eines Sequels ist hier alles noch stärker aufgebauscht. Mag man das nicht, bleibt nur, irgendwann die Gegenwehr aufzugeben und einfach mitzulachen...

15.02.2016

3

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Kommentare

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forumuser

vor 3 Jahren

Zu skurril für mich. Aber Will Ferrel wieder mal super lustig. Aufgerundete zweieinhalb Sterne.


frozone

vor 3 Jahren

Wie erwartet skurril und völlig überdreht. Schade, dass man sich bei der Story, insbesondere deren Auflösung, keine Mühe gemacht hat.


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