The Words USA 2012 – 96min.

The Words

Filmkritik

Der Plagiator

Urs Arnold
Filmkritik: Urs Arnold

Ein erfolgloser Schriftsteller (Bradley Cooper) findet ein Manuskript und gibt es als sein eigenes Buch heraus. Die Lüge wird vom Segen zum Fluch.

Als ob es nicht schon genug Schreiberlinge in New York gäbe! Tausende von Autorinnen und Autoren brüten im Big Apple an ihren Computern neue Bücher aus. Rory Jansen (Bradley Cooper) ist einer von ihnen, und sicher nicht der talentierteste. Nur logisch, findet sein Roman keinen Verleger. Und so bleibt Rory ein armer, erfolgloser Autor, bei dem trotz des Zuspruchs seiner Frau Dora (Zoe Saldana) die Zweifel zunehmen, das Schreiben sei seine Bestimmung.

Dann aber wird der Tropf unversehens geküsst - nicht aber von der Muse, sondern von der Glücksfee. In der alten Ledertasche, die Rory auf dem Honeymoon in einem Pariser Trödelladen gekauft hat, findet er ein Manuskript. Es ist sehr gut, grossartig, ein Meisterwerk. Und eines Nachts, als er die Beklemmung nicht mehr aushält, wird es zu Rorys Buch. Dabei "guttenbergert" er nicht, nein: Jedes einzelne Wort tippt er gemäss der Vorlage ab. Gibt das Manuskript einem Verleger. Wird über Nacht zum Bestseller-Autor. Happy-End? Nicht ganz. Eine Person durchschaut das falsche Spiel, nämlich der eigentliche Autor (Jeremy Irons). Der greise Mann sucht Rory auf.

The Words ist das Filmdebüt des Regie-Duo Brian Klugman und Lee Sternthal, für das sie auch das Drehbuch verfassten. Ironischerweise hängt diesem selber ein plagiatorischer Verdachtmoment an, ist doch unübersehbar, wie der zentrale Handlungspunkt dem von der Martin-Suter-Romanverfilmung Lila Lila ähnelt. Allerdings setzt das amerikanische "Remake" auf eine ineinander verschachtelte Erzählstruktur, die Inception alle Ehre macht. So finden auch Dennis Quaid (als Schriftsteller) und Olivia Wilde (als Verführerin) ihren Platz in der Rahmenhandlung dieses Films. Was uns hätte erspart bleiben dürfen: Die Chemie zwischen den beiden ist doch eher toxisch denn stimmig, und man ist wirklich froh, dass ihnen nur wenig Auftrittszeit gewährt wird.

Etwas besser machen es da Zoe Saldana und Bradley Cooper, nur ist der Plot ein Knorz: So richtig Liebesgeschichte ist er nicht, dafür nimmt die Plagiatssache mitsamt den Leiden des jungen Autors zuviel Raum ein. Dann aber wiederum zu wenig, um von einem Schriftsteller-Drama zu reden. Kommt dazu, dass Klugman/Sternthal zwecks Moralisierung des Abschreibers eine ausgewallte dritte Ebene einschieben, eine richtig schwulstige Nachkriegs-Geschichte. In der Absicht, originell zu erzählen, haben die Macher ganz einfach vergessen, anregend zu erzählen. Vielleicht hätten sie bei Lila Lila besser hinschauen sollen.

04.10.2012

2

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Kommentare

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julianne

vor 4 Jahren

2 Sterne von Cinema für diesen tollen Film!!!!! Super Story Handlung Darsteller alles was ein superfilm braucht!!!!!!


Gelöschter Nutzer

vor 5 Jahren

'The Words' drückt in Wirklichkeit viel darüber aus, wie es vielen so ergeht im Leben


seeyouto

vor 6 Jahren

Mir hat der Film noch gut gefallen. Ich konnte mich gut in die jeweilige Person hineinversetzen. Obwohl ich nicht so reagiert hätte, als der Schriftsteller die Wahrheit erfuhr. Der alte Mann war gut!
Aber am Schluss kommts ja noch gut, so wie das Leben so spielen könnte, wo Vergebung eine wichtige Eigenschaft ist.Mehr anzeigen


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