Fast verheiratet USA 2012

Filmkritik

RomCom für Erwachsene

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Das Happy End ist erst der Anfang: Die von Judd Apatow produzierte romantische Komödie mit Jason Segel und Emily Blunt kommt erstaunlich erwachsen daher.

Tom (Jason Segel) und Violet (Emily Blunt) treffen sich an einer Kostüm-Neujahrsparty in San Francisco - er im rosaroten Häschenkostüm, sie als Prinzessin Di verkleidet. Die beiden verlieben sich, ein Jahr später überrascht er sie mit einem Verlobungsring. Als Violet, auf der Karriereleiter zur Psychologieprofessorin ein Job-Angebot an der Universität Michigan kriegt, folgt der Chefkoch Tom seiner erfolgreichen Braut in den mittleren Westen der USA, die Hochzeitspläne werden vorerst auf Eis gelegt. Tom findet in Michigan jedoch keinen geeigneten Job und beginnt, in einem Sandwichshop zu arbeiten, während Violet, unter den Fittichen des Fakultäts-Vorstands (Rhys Ifans) aufblüht. Es beginnt, in der Beziehung zu kriseln.

Seit sie Judd Apatow vor zehn Jahren für die Kult-TV-Serie Undeclared zusammenbrachte, haben Jason Segel und Nicholas Stoller öfters zusammengearbeitet und Hits wie The Muppets und Forgetting Sarah Marshall geschaffen, die beide über 100 Millionen Dollar eingespielt haben. Wie auch frühere von Apatow produzierte Komödien versucht The Five-Year Engagement, sich über Gefühle nicht nur lustig zu machen, sondern sie zu thematisieren. Tom und Violet sind keine Karikaturen, sondern Menschen mit Unsicherheiten und Problemen, die sie alle in die Beziehung mit einbringen. Das ist für eine romantische Komödie zwar enorm erfrischend, hilft allerdings denjenigen Zuschauern nicht, die für zwei Stunden ihren eigenen Problemen entfliehen wollen.

Jason Segel und Emily Blunt kennen sich aus Gulliver's Travels und The Muppets, zwischen den beiden scheint sich eine Freundschaft entwickelt zu haben, die man auf der Leinwand zu spüren meint. Sie bilden ein glaubhaftes Paar, das sich auf der Suche nach einer erfolgreichen Beziehung von den Hürden des Lebens ablenken lässt. Unterstützt werden sie von starken Nebendarstellern. Rhys Ifans als Professor Winton und Toms Nebenbuhler ist hier in seiner wohl "normalsten" Rolle zu sehen, und die mad Men-Schauspielerin Alison Brie überzeugt - mit täuschend echtem britischem Akzent - als Violets instabile Schwester.

10.05.2012

4

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Kommentare

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dulik

vor 2 Jahren

Eine Komödie, die im Vergleich zu anderen, ähnlichen Filmen sehr authenisch daherkommt. Dies liegt daran, dass die Stolpersteine einer Beziehung hier des öfteren mit einem ernsten Ton thematisiert und nicht einfach mit simplen Gags überspielt werden. Dementsprechend gibt es aber auch nicht sehr viel zu lachen und aufgrund der Tatsache, dass der Ausgang der Handlung von Beginn weg klar sein dürfte, zieht sich das Ganze auch ein bisschen in die Länge.
6/10Mehr anzeigen


Patrick

vor 6 Jahren

Witzige Liebeskomödie die ein paar gute Momente hat, aber leider wird das ganze arg in die Länge gezogen daher verliert die Komödie an Schwung.


lazybone83

vor 8 Jahren

Dafür dass es Comedy sein soll hab ich nicht so viel lachen können ab dem Film.


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