Lincoln Indien, USA 2012 – 150min.

Filmkritik

Präsident mit Weitsicht

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Die letzten Monate einer Präsidentschaft: Ein faszinierendes, aber nicht einfach zu verdauendes Historiendrama mit einem grossartigen Daniel Day-Lewis als Abraham Lincoln, dessen Handeln die USA nachhaltig verändert hat.

Januar 1865. Kurz nach der Wiederwahl von US-Präsident Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis) ist ein Ende des vierjährigen Bürgerkriegs zwischen den Nord- und Südstaaten in Sicht, aus dem der Norden als Gewinner hervorzugehen scheint. Lincoln konzentriert sich nun auf die Abschaffung der Sklaverei und versucht, die Änderung in der Verfassung schnellstmöglich durchzubringen. Doch damit stösst der Republikaner nicht nur auf Opposition der Demokraten, sondern auch in den eigenen Reihen. Als wären seine Probleme als Präsident nicht schon gross genug, entschliesst sich Lincolns Sohn (Joseph Gordon-Levitt) selber in den Krieg zu ziehen, was seine Mutter (Sally Field) fast in den Wahnsinn treibt.

Steven Spielberg konzentriert sich in Lincoln auf eine sehr kurze, aber wichtige Spanne im Leben des 16. Amerikanischen Präsidenten - nämlich die letzten vier Monate seines Lebens. Fast ohne Action oder Kriegsszenen verzichtet Spielberg auf seine traditionellen visuellen Höhenflüge. Wir beobachten Lincolns politisches Schachspiel, als wären wir Mitglied des damaligen Kabinetts. Das macht den Genuss des Films hyper-realistisch, aber stellenweise auch schmerzvoll langfädig.

Die meisterhaften schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller sind die wahren Juwelen des Films. Tommy Lee Jones und Sally Field liefern, als Lincolns politische und private Opposition, grossartige Leistungen ab. Und Daniel Day-Lewis' Darstellung Lincolns ist derart tiefschürfend, dass wir nach nur wenigen Minuten vergessen, wer hinter der Maske steckt. Der zweifache Oscar-Gewinner spielt Lincoln als warmherzigen, feinfühligen und bisweilen witzigen Staatsmann, der für die Abschaffung der Sklaverei alles aufs Spiel setzt - auch sein eigenes Leben.

27.12.2012

4

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Kommentare

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sabata

vor 5 Jahren

wahrhaftig ermüdend, langweilig und viel zu lang...


Turrican007

vor 6 Jahren

.


bitbuerster

vor 6 Jahren

Ermüdend, langweilig, viel zu lang -und ein abruptes Ende, als ob dem Kameramann das Zelluloid ausgegangen wäre.
Einen einzigen Stern gibt's für den guten Hauptdarsteller.


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