American Pie: Das Klassentreffen USA 2012 – 120min.

Filmkritik

Das große Wiedersehen

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die Jahre sind ins Land gezogen und nicht nur Jim und seine Kumpel, sondern auch ihr Publikum sind erwachsen geworden. Das Klassentreffen ist auch für die Zuschauer so etwas wie das Wiedersehen mit alten Freunden.

An der East Great Falls High School steht das Klassentreffen an - und alle sind mit dabei. Jim ist immer noch mit Michelle verheiratet, hat Nachwuchs und Probleme im Schlafzimmer, die nicht besser werden, als die heiße Nachbarin ihn anmacht, für die er früher der Babysitter war. Seine Kumpels Oz und Kevin werden von der Vergangenheit eingeholt, als sie ihren alten Flammen begegnen. Finch ist ein Abenteurer, und Stifler möchte eigentlich nichts anderes als Party machen, so wie in der guten alten Zeit. Aber das Leben geht weiter und nichts ist, wie es einmal war.

Vor fast einem Jahrzehnt fand die Hochzeit zwischen Jim und Michelle in American Wedding statt. Man hätte nach zahlreichen DVD-Sequels nicht erwartet, die alte Gang noch einmal zu sehen, aber die Aussicht auf den grossen Reibach hat das Studio bewegt, die Jungs und Mädels noch einmal zu versammeln. Ob die Rechnung aufgehen wird, ist allerdings mehr als fraglich.

Dabei ist der Film nicht etwa schlecht. Aber er richtet sich an ein Publikum, das abends am liebsten zu Hause bleibt: die Mitt-Dreißiger. Für die heutigen Teenager mag American Reunion auch lustig sein, aber ihre Erfahrungswelten spiegelt der Film nicht wider. Vielmehr erzählt er davon, wie es sich anfühlt, wenn man erwachsen geworden ist, die Prioritäten sich verändert haben und sich alte Freundschaften nur noch schwer pflegen lassen. American Reunion zeichnet nicht der immer noch derbe Humor aus, sondern der Nostalgiewert. An einem jungen Publikum geht der natürlich verloren. Aber all jene, die früher American Pie im Kino gesehen haben, sind hier jedoch gut aufgehoben.

Dank zahlreicher Cameo-Auftritte gibt es ein Wiedersehen mit praktisch allen Figuren. Das wirkt nicht immer organisch, aber man sieht es dem Film gerne nach, dass er wirklich jede Figur des Originals einbauen will. Wie schon die Vorgänger ist auch American Reunion nicht nur darauf ausgelegt, mit derben Zoten zu unterhalten, sondern erzählt eine Geschichte mit Herz. Dabei schreckt er vor ernsteren Momenten nicht zurück, achtet aber stets darauf, nicht in zu tiefsinnige Gewässer vorzudringen. In erster Linie soll der Film Spaß machen. Das gelingt ihm, auch wenn er sich darauf verlässt, dass die Zuschauer die rosarote Nostalgie-Brille mitbringen.

15.05.2012

4

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Kommentare

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gefuehlsmensch

vor 6 Jahren

macht Lust auf mehr.


silvan.laube

vor 7 Jahren

wie immer ganz lustig;)


necra80

vor 7 Jahren

Immer dasselbe halt.... aber zum einmal ansehen und ablachen ok!


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