The Eagle - Der Adler der Neunten Legion 2011 – 114min.

The Eagle - Der Adler der Neunten Legion

Filmkritik

Der frühe Römer fängt den Adler

Filmkritik: Steven Marriott

Teenie-Schwarm Channing Tatum macht sich auf die Suche nach einer römischen Legion, die um das Jahr 117 n. Chr. im nördlichen Britannien verschwunden sein soll. Von Oscar-Gewinner Kevin MacDonald erfrischend stimmungsvoll inszeniert, leidet der Sandalenfilm aber an der schlecht besetzten Hauptrolle.

Anfangs des 2. Jahrhunderts n. Chr. hat das Römische Reich seine grösste Ausdehnung erreicht - auf drei Kontinenten leben und sterben die Menschen unter fremder Herrschaft. In Britannien, wo die keltischen und piktischen Stämme wiederholt die dort stationierten Truppen angreifen, befehligt Kaiser Hadrian den Bau des Hadrianswall. In dieser Zeit ist auch Rosemary Sutcliffs Jugendbuch The Eagle of the Ninth angesiedelt, Oscar-Preisträger Kevin MacDonald (The Last King of Scotland) hat es verfilmt.

Das Buch handelt vom ehrgeizigen Zenturio Marcus Aquila (Channing Tatum), der sich in den Südwesten Britanniens verlegen lässt und dort schon bald Gerüchte über die 5000 Mann starke Legio IX Hispana, die unter der Führung seines Vaters Flavius Aquila im Norden verschwunden sein soll, zu Ohren bekommt. Für Marcus Aquila ist dies die Gelegenheit, den Namen seiner Familie reinzuwaschen, denn die goldene Adlerstandarte der Neunten Legion soll in Kaledonien, dem heutigen Sschottalnd, gesichtet worden sein. Zusammen mit seinem Sklaven Escra (Jamie Bell) macht er sich auf ins Feindesland jenseits des Hadrianswalls.

The Eagle ist nicht der erste Film, der sich dem Thema der römischen Besetzung Britanniens widmet. Im Unterschied zu Centurion oder The Last Legion, wagt Kevin MacDonald aber eine etwas weniger Hollywood-typische, teilweise gar realistische Herangehensweise. Das Resultat ist kerniges, hartes Historienkino (und vermutlich blutiger als es die verstorbene Rosemary Sutcliff erlaubt hätte) - ohne eine olbigate Liebesgeschichte und knapp bekleidete Amazonen wie etwa Olga Kurylenko in Centurion oder Keira Knightley in King Arthur.

The Eagle beginnt vielversprechend, leidet dann aber an der selbst auferlegten Gradlinigkeit, die wenig Platz für Emotionen lässt und in einem enttäuschenden Finale endet. Der fehlbesetzte Channing Tatum mag wohl ein guter Tänzer und ein erfolgreiches Model sein, hat aber für eine solche Rolle zu wenig Charakter und Mimik. Da können auch Sixpack und ein verwegener Blick nichts daran ändern. Immerhin inszeniert MacDonald seine Reise in die Vergangenheit sehr stimmungsvoll, die wunderschönen, teilweise untypischen Landschaftsbilder werden von einem rustikalen Soundtrack untermalt.

15.03.2011

3

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Kommentare

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Alina

vor 5 Jahren

Der Film hat zwar nichts neues zu bieten (in Hinsicht auf Story / Plot-twist) aber er bietet gute Unterhaltung.


oscon

vor 6 Jahren

Wie schon in der Filmkritik erwähnt, sind die so in Britannien nicht erwarteten Landschaftsaifnahmen das interessante im Film. hat man am Anfang noch das Gefühl "King Arthur, Teil"" zu schauen, wähnt man sich bis zum Schluss des Films im "Letzten Mohikaner" (haben die Hochlandvölker effektiv wie Irokesen ausgesehen???). Channing Tatum wirkt vom Aussehen zwar römisch; er ist aber kein Charakterdarsteller. Auch die interessante Nebenrolle von Mark Strong ist unglaubwürdig. Sehr gut jedoch Jamie Bell und (wie immer) Donald Sutherland. 3 Punkte für die Landschaft, für den Rest brauchts minimum 3 Guiness vorher!Mehr anzeigen


semi79

vor 7 Jahren

Braucht lange, um in Fahrt zu kommen; wird dann besser; Schluss unrealistisch. Alles in allem ok.


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