The Darkest Hour USA 2011 – 89min.

Filmkritik

Moskau einfach

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Das Science-Fiction-Kino lebt davon, stets aufs Neue zu erzählen, wie außerirdische Invasoren sich die Erde Untertan machen wollen. Dabei macht ihnen jedoch ein tapferes Grüppchen von Menschen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Nun ist also The Darkest Hour dran. Das Besondere? Das Ganze spielt zur Abwechslung mal in Moskau.

Zwei Jungunternehmer reisen nach Moskau, um ihre Internet-Idee gewinnbringend einer Firma zu offerieren. Dass man sie übers Ohr haut, stört nicht allzu lange, denn noch in derselben Nacht verändert sich die Welt für alle Zeiten: Unsichtbare Außerirdische attackieren Moskau und legen jedwede Elektronik lahm. Eine Berührung reicht und Menschen lösen sich in Staub auf. Nach wenigen Tagen ist Moskau menschenleer. Fünf junge Männer und Frauen wollen jedoch nicht aufgeben. Sie haben von einer Möglichkeit erfahren, wie man die Geisterstadt verlassen kann. Doch der Weg hinaus aus der Stadt ist mit tödlichen Gefahren gespickt.

Wäre Timur Bekmambetov nicht der Produzent, würde The Darkest Hour wohl nicht in Moskau spielen. Im Grunde ist es aber ohnehin egal, denn die Örtlichkeit ändert am hinlänglich bekannten Handlungsverlauf rein gar nichts. Wie schon Skyline im letzten Jahr hat The Darkest Hour einfach zu viele Probleme. Die Figuren sind Stereotypen ohne das kleinste bisschen Eigenleben, die Handlung ist hanebüchen, und die Dialoge triefen nicht nur vor Pathos, sondern sind noch dazu unfreiwillig komisch.

An dieser 44-Millionen-Dollar-Produktion will kaum etwas passen - noch nicht einmal das 3D-Gimmick. Einzig die apokalyptische Stimmung einer menschenleeren Stadt kann der Film einfangen. Das sind auch die besten Momente des Films, gehen aber ansonsten in einem Meer des Mittelmaßes unter. Die Schauspieler mühen sich redlich, aber gegen diese Dialoge anzuspielen, fiele selbst Oscar-Preisträgern schwer. Für die größten unfreiwilligen Lacher sorgen jedoch die russischen Widerstandskämpfer in ihren selbstgebastelten Rüstungen.

Immer wieder macht das Drehbuch Verrenkungen, nur um den Fortlauf der Geschichte zu bedienen. Wenn alle Personen in Richtung A laufen, schert eine in Richtung B aus. Nicht, weil es dort sicherer wäre, sondern weil die Autoren etwas konstruieren müssen, das der Action Vorschub leistet. Nur leider merkt man es dem zusammengeschusterten Skript in jeder Minute an, dass hier nicht Inspiration, sondern Verzweiflung Vater des Gedankens war. Da passt es auch, dass ein richtiges Ende der Geschichte nicht geboten wird, so dass das komplette Geschehen eher wie ein Prolog wirkt. Und dann stoppt der Film einfach. Unvermittelt.

28.12.2011

2

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

replay

vor 9 Jahren

Grottenschlecht...


Remo45

vor 9 Jahren

Ganz gut gemachter Film:)


maege70

vor 9 Jahren

Ich hab selten so einen Schrott gesehen... grottenschlecht!


Mehr Filmkritiken

House of Gucci

West Side Story

Encanto

No Time to Die