Jack und Jill USA 2011 – 91min.

Filmkritik

Selten so nicht gelacht

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

"Seine Zwillingsschwester kommt zu Besuch... und das wird nicht schön." Noch selten stand auf einem Filmposter ein wahrerer Satz. Denn Adam Sandler in seiner Doppelrolle ist alles andere als schön. Und vor allem nicht lustig.

Jack (Adam Sandler) führt das perfekte Leben: Er ist erfolgreich in seinem Job, hat eine tolle Familie und eine liebevolle Frau. Doch seine Schwester Jill (Adam Sandler), die wie jedes Jahr ihren Thanksgiving-Besuch absolviert, stört die Idylle. Ihre nervige Art und ihre ewigen Extrawünsche treiben Jack in den Wahnsinn und stellen sein Leben innerhalb weniger Stunden total auf den Kopf. Um sie loszuwerden, will Jack sie verkuppeln. Erstaunlicherweise erweist sich Al Pacino als Mr. Right.

Filme von Adam Sandler bieten keine geistig hochstehende Unterhaltung. Aber was man normalerweise erwarten kann, ist eine amüsante Komödie, die vielleicht etwas dümmlich oder albern ist, aber als ordentliche Unterhaltung funktioniert. Für Jack and Jill gilt das nicht eine Sekunde. Der Film ist eine Untat, die so schrecklich daherkommt, dass man nicht einmal fasziniert zusieht, sondern es nur schnell hinter sich lassen will.

Das grösste Problem ist, dass Sandler als Jill keinen Moment überzeugt. Der Film hätte vielleicht besser funktioniert, wenn man die Rolle der Zwillingsschwester mit einer richtigen Schauspielerin besetzt hätte. So hat man jedoch stets das Gefühl, Adam Sandler als Drag-Queen zu sehen - inklusive seiner unglaublich nervigen Stimme.

Dass Sandler sich mit einem Film wie Jack and Jill bis auf die Knochen blamiert, ist eine Sache. Dass aber ein gestandener Schauspieler wie Al Pacino sich dafür so einen Mist hergibt, ist kaum zu glauben. Inmitten all der Furz-Gags wirkt der Oscar-Preisträger unglaublich verloren. Und man fragt sich: Wie um alles in der Welt liess sich Pacino in den Film hineinquatschen? Immerhin ist es ihm vergönnt, den Film zum Schluss auf den Punkt zu bringen. Als er seine unglaublich alberne Tanz- und Gesangsnummer für den Werbespot sieht, in dem er mitwirkt, erklärt er: "Verbrenn das! Niemand darf das jemals sehen!"

28.02.2017

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Kommentare

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Patrick

vor 5 Jahren

Sehr Belanglos, und die Witze, sind teilweise witzig aber grösstenteils zu peinlich.


Barbarum

vor 5 Jahren

Die früheren Adam Sandler-Filme mochte ich, doch ich muss sagen, mit Jack & Jill sind seine Produktionen mittlerweile auf einem besorgniserregenden Tiefpunkt angelangt.


gefuehlsmensch

vor 6 Jahren

Dinge, die die Welt nicht braucht.


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