Honey 2 USA 2011 – 110min.

Filmkritik

Tanzen, um zu leben

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Acht Jahre nach dem Original muss Regisseur Bille Woodruff auf Jessica Alba verzichten. Mit Vampire Diaries-Star Katerina Graham hat er aber einen würdigen Ersatz am Start.

Maria (Katerina Graham) wird aus dem Jugendknast entlassen und kehrt in die Bronx zurück. Sie will ihr Leben neu ordnen, nicht gegen die Bewährungsauflagen verstoßen und an ihrem Traum arbeiten: dem Streetdance. Der bietet ihr schon bald die erhoffte Chance auf ein neues Leben. Maria soll eine begnadete, aber undisziplinierte Tanztruppe ausbilden. Doch Luis will sie für seine eigene Dance-Crew rekrutieren. Maria lehnt ab; sie will sich nicht wieder in die kriminelle Welt ihres Ex-Freunds hineinziehen lassen. Stattdessen führt sie ihre Truppe bis ins Finale eines wichtigen Wettbewerbs - und begegnet Luis.

Das verspätete Sequel ist den Erfolgen von Step Up und Streetdance 3-D zu verdanken. Das Studio sah das Potenzial, an der Kinokasse ein paar schnelle Dollars zu machen. Was Honey 2 etwas im Weg steht, ist die Tatsache, dass Honey gar nicht mehr dabei ist. Die wurde seinerzeit von Jessica Alba gespielt, die für ein Malen-nach-Zahlen-Sequel natürlich nicht begeistert werden konnte. Darum braucht es eine Figur wie Maria, die von Honey inspiriert wurde, Tänzerin zu werden. So liegt Honey 2 auf den Schultern der dynamischen Katerina Graham, und es scheint möglich, dass der Film für sie das Sprungbrett werden könnte, das das Original für Jessica Alba war.

Honey 2 ist ein sehr vorhersehbarer Film, ohne Ecken und Kanten. Er präsentiert eine New Yorker Streetdance-Szene, die kuscheliger erscheint, als sie im wahren Leben wohl ist. Man hat aber ohnehin das Gefühl, dass der Film, der naturgemäss auf ein sehr junges Teenager-Publikum schielt, bewusst so gestaltet wurde, um nette Unterhaltung zu bieten, die ohne Haken und Ösen als Streetdance-Märchen funktioniert.

Das romantische Element der Handlung um Maria und ihren Freund aus reichem Hause ist ziemlich kitschig geraten. Wirklich lebendig wird Honey 2 eigentlich immer nur, wenn getanzt wird. Eine mitreißende Choreographie geht hier Hand in Hand mit wuchtigen Beats und schneller Schnittfolge. Honey 2 will und kann das Genre nicht neu erfinden. Er gefällt sich darin, harmlose Unterhaltung zu sein. Das funktioniert.

15.07.2011

3

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Kommentare

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Taz

vor 9 Jahren

überflüssig.


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