Paul - Ein Alien auf der Flucht Frankreich, Grossbritannien, USA 2010 – 104min.

Paul - Ein Alien auf der Flucht

Filmkritik

Ein Anhalter aus der Galaxis

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Zwei Comic-Junkies pilgern ins UFO-Mekka von Nevada und treffen auf einen kleinen, grünen Besserwisser: Die Briten Simon Pegg und Nick Frost knöpfen sich das Science-Fiction-Genre vor.

Erstmals verschlägt es das britische Humor-Traumpaar in die USA. Als Parade-Nerds Graham (Simon Pegg) und Clive (Nick Frost) haben sie ihr gemeinsam Erspartes für einen Besuch bei der legendären Fan-Veranstaltung Comic-Con in Kalifornien zusammengekratzt, anschließend geht es im Wohnwagen auf einen Roadtrip durch die USA. Man will die Area 51 und all jene legendären Orte abklappern, um die sich bis heute Alien-Mythen ranken.

Die Rundreise nimmt allerdings eine unerwartete Wendung, als plötzlich tatsächlich ein Außerirdischer vor ihnen steht: Paul (Stimme: Seth Rogen) ist nach über 60 Jahren der US-Regierung entkommen und braucht nun Hilfe bei seiner Flucht, während gleichzeitig ein paar finstere Agenten (darunter Jason Bateman) die Fährte des kleinen Kerls und seiner beiden ungläubigen Wegbegleiter aufnehmen.

Ähnlich wie Shaun Of The Dead und Hot Fuzz, für die als Regisseur noch Edgar Wright zuständig war, ist diese Science-Fiction-Parodie gleichermaßen liebevolle Hommage wie freche Spitze gegen ein von vielen Eigenheiten geprägtes Genre. Aber anders als bei den Vorgängern gelingt es Pegg und Frost mit Paul nicht immer, dass mehr als üppige Gag-Potential voll auszuschöpfen. Neben zahlreichen gelungenen Starman- oder X-Files-Anspielungen gibt es jedenfalls ein paar Situationen zu viel, in denen schon die bloße Erwähnung eines Science-Fiction-Titels den Zuschauer zum Lachen bringen soll. Gut möglich, dass dafür auch der neue Mann hinter der Kamera verantwortlich ist: Gregg Mottola (Superbad) bedient statt britischer Bissigkeit eher den amerikanischen Massengeschmack, Furz-Witze inklusive und ein paar Pointen über die religiöse Rechte zum Trotz.

Das heißt nun allerdings nicht, dass Paul nicht ein durch und durch sympathischer, amüsanter Film zum Schmunzeln wäre. Pegg und Frost kennen sich mit der Materie einfach erkennbar gut aus - und sind als Filmhelden cool genug, sich hin und wieder von ihren Kollegen (darunter die famose Komödiantin Kristen Wiig sowie in Gastauftritten die ebenso komische Jane Lynch und Genre-Göttin Sigourney Weaver) die Show stehlen zu lassen.

20.04.2011

3

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Kommentare

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Mikelking

vor 5 Jahren

Guter, unterhaltsamer Film, allerdings gibt es nicht so viele Gags. Lachen musste ich nie, schmunzeln selten.


gefuehlsmensch

vor 5 Jahren

witzig aber recht einfach.


oscon

vor 6 Jahren

Big Budget Film des Teams der "cineastischen Perlen" Shaun of the Dead und Hot Fuzz:
Britischer Autor und sein Grafiker (alias SF Nerds & beste Freunde) treffen nach dem Besuch der ComicCon auf Paul den Prolo-Ausserirdischen, der seit seinem Absturz bei Roswell der Menschheit sein Wissen zur Verfügung gestellt hat.
Herrlich überspitze Komödie mit britischem Humor, die mit Seitenhieben an die US-Gesellschaft und die SF-Filme der 80ger glänzt.
Simon Pegg und Nick Frost spielen sicher nicht mehr so bissig, wie in den vorhergehenden Filmen: Unterhaltsam ist der Film aber sicher!Mehr anzeigen


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