Avatar - Aufbruch nach Pandora Grossbritannien, USA 2009 – 162min.

Avatar - Aufbruch nach Pandora

Filmkritik

Schöne neue Welt

Andres Hutter
Filmkritik: Andres Hutter

Mit einem Millionenbudget bringt James Cameron seinen Bubentraum um eine edle ausserirdische Stammesgesellschaft auf die Leinwand. Erstmals seit "Titanic" führt er wieder Regie bei einem Kinofilm und zeigt erneut, dass er den Hollywood-Blockbuster perfekt beherrscht - mit all dessen Stärken und Schwächen.

James Camerons Langzeitprojekt erzählt die Geschichte eines Soldaten, der in einem künstlichen Körper, einem sogenannten Avatar, das Vertrauen einer ausserirdischen Stammesgesellschaft erschleichen soll. Denn der Planet dieser Ausserirdischen ist reich an Bodenschätzen und der geldgierige Chef einer gigantischen Firma will die Einheimischen mit allen Mitteln vertreiben. Der Söldner lernt die naturverbundene Lebensweise der Ausserirdischen kennen. Als er sich in eine Alien-Frau verliebt, gerät er endgültig in Konflikt mit seinem Auftrag.

Camerons Film kombiniert computeranimierte Bilder mit Realfilm, wobei die Animation derart Überhand gewinnt, dass das Ganze fast als Animationsfilm durchgehen könnte. "Avatar" ist ein beeindruckendes Spektakel, das bis ins letzte Detail perfekt gestaltet ist - in Sachen 3D-Effekte und Computeranimation sucht der Film seinesgleichen. Die grossgewachsenen, blauen Ausserirdischen, die auf dem Filmplakat noch äusserst seltsam anmuten, gewinnen mit ihren katzenartigen Bewegungen viel Eleganz, und auch die realen Schauspieler fügen sich nahtlos in die üppige Flora und Fauna des computeranimierten Dschungelplaneten ein.

Cameron ist sich der Fähigkeiten seines Special-Effect-Teams durchaus bewusst und trägt deshalb immer wieder mal etwas zu dick auf. Jede Einstellung schreit nach Anerkennung, jede Blume und jede Mücke soll zum Leistungsausweis werden. Der ganze Dschungel glänzt und blinkt in bonbonbunten Farben, und wenn in der Nacht selbst die Bäume und das Wasser zu leuchten anfangen, wünscht man sich, Cameron hätte mit einer etwas kleineren Kelle im Farbtopf gerührt. Die meisten Landschaften sind äusserst gelungen, doch ab und zu schlägt die Farbenpracht überdeutlich in Kitsch um.

Dasselbe geschieht auch mit der Story: Sie revitalisiert das Klischee des edlen Wilden, der sich gegen den zivilisierten, weissen Mann behaupten muss. Doch bei allem Ethnokitsch um die ausserirdische Gesellschaft mit ihren Indianer-Weisheiten und afrikanischen Stammesriten kann der Film seine Herkunft dann doch nicht leugnen - so bleibt es der weisse Mann, dem die Eingeborenen sich unterwefen und der sie zum Sieg führt. Aber auch wenn der Film einige Male in Banalitäten abdriftet und trotz seiner Überlänge: "Avatar" ist äusserst unterhaltsam. Und die 3D-Technik setzt neue Massstäbe.

03.04.2012

3

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Kommentare

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cathline2

3D ein Farbenrausch für die Sinne gutes solides Machwerk.

Avatar - Aufbruch nach Pandora 4

archonils

Was für eine Verschwendung von Budget. Klar die leuchteten Pflanzen mögen schön aussehen, doch das lenkt bloss oberflächliche Leute von dem schrecklichen Resten ab. Die Story ist ziemlich genau Pocahontas, das Handeln so ziemlich jeder Figur unlogisch, die Botschaft wird viel zu schwammig rüber gebracht und lässt zu viel offen um sich wirklich "auf die Seite der grossen blauen Dinger" zu stellen. Alles in allem sehr traurig dass man solchen Müll mit so viel Budget aufwertet, dass es zumindest optisch ertragbar wird

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