Wickie und die starken Männer Deutschland 2009 – 85min.

Filmkritik

Bully macht Familienkino

Filmkritik: Marius Gartmann

Michael Herbig bringt die Geschichte des cleveren Wikingerjungen Wickie auf die grosse Leinwand. Herausgekommen ist keine "Bully"-typische Parodie, sondern ein vergnüglicher und liebevoll gestalteter Abenteuerfilm für die ganze Familie.

Der kleine Wickie ist nicht wie die anderen Wikinger: Er fürchtet sich vor Wölfen, mag sich nicht prügeln und am meisten Zeit verbringt er mit einem Mädchen. Dafür ist der Rotschopf unglaublich schlau, was seinem Vater - dem Häuptling Halvar - allerdings ziemlich egal ist. Der hätte lieber einen kräftigen Raufbold zum Sohnemann. Als eine Bande von maskierten Bösewichten das Dorf Flake überfällt und alle Kinder ausser Wickie entführt, will dieser allen zeigen, dass er mit seinem Köpfchen die fehlende Muskelmasse locker wettmacht und auch das Zeug zum echten Wikinger hat. Als Halvar und seine Mannschaft dann in See stechen um die Kinder zu befreien, ist Wickie als blinder Passagier dabei.

"Wickie und die starken Männer", ursprünglich ein schwedisches Kinderbuch, ist dank der erfolgreichen Zeichentrickserie der 1970er Jahre, die immer noch regelmässig im Kinderprogramm ausgestrahlt wird, auch den nachfolgenden Generationen noch ein Begriff. Die Story um einen Jungen, der schlauer ist als alle Erwachsenen und so manch' gefährliches Abenteuer mit seinem Verstand bewältigt, hat alles was Kinderherzen höher schlagen lässt. Regisseur Michael Herbig, selbst ein erklärter Wickie-Fan, hielt sich dann auch eng an die Cartoon-Vorlage und verfilmte die Geschichte mit viel Liebe zum Detail und einem ansehnlichen Budget.

So wurde "Wickie" denn auch keine Parodie im Stile von "Der Schuh des Manitu" oder "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1". Nur gerade die von Herbig selbst gespielte und neu geschaffene Rolle des spanischen Hofberichterstatters gibt dem Film einen Hauch von "Bully"-Flair, was aber die restliche Geschichte nicht beeinträchtigt. Als überraschender Glücksgriff erwies sich die von Herbig in typischer Selbstvermarktungsmanier inszenierte Castingshow bei einem deutschen Privatsender. Dort suchte er sich die passenden starken Männer zusammen.

Nichts hätte dem Film mehr geschadet als die ewiggleichen deutschen Witzbolde im Wikingerkostüm, so jedoch können unverbrauchte Typen die Charaktere glaubhaft darstellen. Nur bei den Bösewichten gibt's ein paar bekannte Gesichter, doch Jürgen Vogel und Günther Kaufmann spielen ihre Rollen tadellos. Herbig würdigt den Stoff und kreiert einen Film, den die Eltern und Fans der ersten Stunde genau so mögen werden, wie die "Dragonball" und "Pokémon" geschädigten Kids von Heute.

15.09.2009

4

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Kommentare

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gefuehlsmensch

vor 6 Jahren

Ein Muss für Kinder.


maege70

vor 8 Jahren

Die Charaktere dieses Films sind spitze und machen den Film zu einem humoristischen Leckerbissen.


Urs23

vor 9 Jahren

Typisch Bulli... unterhaltsam, witzig, leichte Kinokost.


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