Moon Grossbritannien 2009 – 97min.

Moon

Filmkritik

Major Tom fliegt wieder

Andres Hutter
Filmkritik: Andres Hutter

Duncan Jones, der Sohn von David Bowie, hat einen klassischen Science-Fiction-Film gedreht, der ganz auf Sam Rockwell zugeschnitten ist und viel von Stanley Kubrick hat.

Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" scheint es der Familie Bowie ziemlich angetan zu haben: Schliesslich lieferte das Werk die Inspiration für David Bowies Song "Space Oddity" und nun schickt sein Sohn Duncan Jones seine eigene Interpretation von Major Tom auf einen einsamen Ausflug ins All. Auch Jones' Film ist unübersehbar geprägt von Kubricks Sci-Fi-Meilenstein.

Duncan erzählt von einem Astronauten, der drei Jahre lang alleine auf der Rückseite des Mondes ausharren muss, um dort die maschinelle Förderung von Rohstoffen zu überwachen. Gesellschaft leisten ihm einzig der Roboter Gerty und gelegentliche Grussbotschaften von Frau und Tochter. Wie bei Bowies Major Tom und Kubricks "Space Odyssey" ist also auch hier die Einsamkeit in der Endlosigkeit des Weltalls ein zentrales Motiv.

Aber auch die gemächliche Gangart und der Retro-Look erinnern stark an Kubrick. Das ist eindeutig als Kompliment zu verstehen: Das Design der Mondbasis greift äusserst stimmig den Look der 1960er und 1970er-Jahre auf und zitiert an mehreren Stellen Kubrick explizit. Und die zurückhaltende Verwendung von Spezialeffekten lässt "Moon" tatsächlich aussehen wie einen klassischen Sci-Fi-Film. Statt mit Computeranimation wurde oft mit Modellen gedreht, was dem Film ein authentisches Aussehen verleiht.

In der Hauptrolle glänzt Sam Rockwell, der einzige Darsteller des Films: In der kammerspielartigen Konstellation liefert Rockwell ganz alleine eine starke Darstellung ab - als Gegenstück dient ihm meist nur der Roboter Gerty, dem Kevin Spacey seine Stimme leiht. Rockwell ist ausgezeichnet; schade nur, dass die ansonsten stimmungsvoll eingesetzten Spezialeffekte seinem Spiel hie und da den Fluss nehmen.

Auch dramaturgisch gibt es einige Schwachpunkte. Zwar baut "Moon" vor allem zu Beginn sehr subtil Spannung auf, lässt dann aber etwas zu früh die Katze aus dem Sack und wird gegen Ende zu vorhersehbar. Abgesehen davon ist Jones mit vergleichsweise geringem Budget ein äusserst stimmiger Sci-Fi-Film gelungen, der seinen Vorbildern gerecht wird.

21.07.2010

4

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Kommentare

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gefuehlsmensch

vor 5 Jahren

den habe ich mir angesehen und war überrascht. Ich hätte gedacht, mir wird langweilig. Aber das Gegenteil war der Fall.


Patrick

vor 6 Jahren

Es gibt Filme die trotz viel tam tam und noch mehr Geld schlussendlich nur leere Luft sind, und dan gibt es Filme die mit wenig Geld und (nur) einem Darsteller einfach klasse sind wie eben Moon. Filmfans der Film ist ein Geheimtipp.


Barbarum

vor 6 Jahren

Endlich wieder mal ein Science-Fiction-Film der mehr die grauen Zellen anregt als den Magen strapaziert.


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