Fame USA 2009 – 107min.

Fame

Filmkritik

Wege zum Glück

Jean Lüdeke
Filmkritik: Jean Lüdeke

"Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum" lautet die musikalische Message in Kevin Tancharoens bombastisch inszeniertem Remake von Alan Parkers Oscar-gekröntem Kultfilm aus dem Jahre 1980.

Unzählige Talente bewerben sich an der berühmten "New York School of Performing Arts". Da wäre Marco (Asher Book), ein eigensinniger Italo-Amerikaner aus der Arbeiterklasse. Ihm gegenüber steht Alice (Kherington Payne), die aus besseren Verhältnissen kommt. Malik (Collings Pennié) dagegen beweist sein Talent als Sänger. Sein pures Gegenteil ist die peppige Joy (Anna Maria Perez de Tagle). Die Vitalbombe will ihren Weg mit Herz und Mut beschreiten. Und letztlich kandidiert der introvertierte Filmregisseur Neil (Paul Iacono). Ob ihr Einsatz, Engagement und Enthusiasmus zum Ziel führen?

Knapp drei Jahrzehnte nach dem grandiosen Erfolg des Oscar-prämierten Filmmusicals "Fame" beschert uns Hollywood aufwendige Performances und breite Beats: Wie einst bei Alan Parker geht es auch bei Regisseur Kevin Tancharoen - bekannt für seine schön choreographierten Video-Clips - um Erfolge und Niedergang von Schülern. Hier träumt man von einer Karriere am Broadway oder im Kino. Und dafür hat man schließlich zu büffeln, zu leiden und zu weinen. Das ähnelt thematisch dem Original.

Nur: Alan Parker ging profund und politisch an die Sache heran, hatte mit seiner unnachahmlichen Kamerasprache die einzelnen Charaktere beobachtet, analysiert. Und vor allem: Sie vermochten eine Geschichte zu erzählen, das "Warum" stand im Vordergrund des Geschehens. Bei Kevin Tancharoen dagegen ist es das "Wie". Und zwar: Wie berausche und verzücke ich das eh desillusionierte Publikum für die Dauer meines Films? Mit einem fetzigen Bilderreigen, einer deftigen Portion rhythmischer Songs sowie einer winzigen Prise Einzelschicksal.

Und dies in einem taumelnden Stakkato-Tempo, das outet, ohne zu offenbaren. Alan Parker hatte seinerzeit nicht diese technischen Mittel, konnte aber dennoch mehr bieten: Charakter, Charisma und Kraft, fernab effektvoll inszenierter Casting-Shows, die Jugendlichen weismachen wollen, dass die Welt wunderbar wird, wenn man nur zu sich selbst findet.

12.05.2010

3

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Kommentare

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palomino777

vor 8 Jahren

fame mit irene cara war 1000000 mal besser. super gähnnnnnnnnnnnnnnnnn


lyza

vor 9 Jahren

Von dem Film hätte ich mir echt wirklich mehr erhofft. Er hatte keine richtige Story, keinen roten Faden der durch die Handlung ging. Und dann gab es viel zu viele Hauptdarsteller, sodass jeder nur einen kleinen Teil des Filmes hatte und man das Gesamtbild gar nicht richtig sieht. Würde den Film nicht weiterempfehlen oder gar nochmals ins Kino gehen. War wirklich schade ums Geld.Mehr anzeigen


jessyafi

vor 9 Jahren

Der Film ist gut. aber es handelt nicht viel von Tanzen, sondern mehr von Singen. Ich hätte mehr von diesem Film erwarted


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