Ponyo Japan 2008 – 103min.

Filmkritik

Jap zehnter Animationsfilm mit alten Themen.ans kleine Meerjungfrau

Filmkritik: Cindy Hertach

Der zehnte Animationsfilm des japanischen Regisseurs Hayao Miyazaki erinnert an ein handgemaltes Bilderbuch und erzählt von einem Fischmädchen, das ein Mensch werden will - aus Freundschaft zu einem kleinen Jungen.

Das Goldfischmädchen Ponyo ist die Tochter des Meerzauberers Fujimoto und der Meeresgöttin Gran Mamare. Eines Tages entwischt Ponyo der Obhut ihres Vaters und strandet hilflos an der japanischen Küste, wo es von Sosuke gerettet wird. Der kleine Junge freundet sich mit dem fremdartigen Wesen an und zeigt ihm die Überwasserwelt. Schon bald wünscht sich Ponyo nichts sehnlicher, als für immer ein Mensch zu sein. Doch ihr Vater hat dafür kein Verständnis und versucht, sie mit Gewalt in sein Unterwasserreich zurückzuholen. Ponyo hat jedoch ihren eigenen Willen. Auf ihrer Flucht löst sie unabsichtlich einen Tsunami aus, durch den die Insel und ihre Bewohner im Meer zu versinken drohen.

Ein typischer Hayao Miyazaki-Film: Phantasievoll und leichtfüssig vermischt der japanische Zeichentrickfilmer Märchen und Sagen aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen zu einem eklektizistischen Abenteuer. Diesmal lässt Miyazaki sich vor allem von Hans Christian Andersens Kunstmärchen "Die kleine Meerjungfrau" inspirieren und durchsetzt es mit jenen Motiven, die sich wie ein roter Faden durch sein Werk ziehen: die durch die Umweltverschmutzung bedrohte Natur, kindliche Helden als Vermittler zwischen Natur und Kultur und nicht zuletzt die schwindende Götterwelt. Dennoch bildet "Ponyo on the Cliff by the Sea" einen deutlichen Gegensatz zu den letzten, eher düster geratenen Filmen Miyazakis und knüpft mit seiner farbenfrohen Heiterkeit an die ganz frühen Kinderfilme wie "Mein Nachbar Totoro" an, mit denen der Zeichentrick-Meister und sein legendäres Filmstudio Ghibli bekannt wurden.

Ästhetisch wurde mit "Ponyo" eine Art Gegenprogramm zum momentanen Hype um dreidimensionale, computergenerierte Animationsfilme geschaffen. Auf die Hilfe des Computers wurde fast vollständig verzichtet, die Einzelbilder sind ausnahmslos handgezeichnet und von einer bilderbuchartigen Ästhetik geprägt. Expressive Schraffuren und schiefe Linien lassen die Skizze unter den Bildern erkennen und verleihen dem Film eine friedvolle und kindliche Stimmung. Das mag einer der Gründe sein, weshalb sich die zehnte Regiearbeit des Zeichentrickfilmers wochenlang an der Spitze von Japans Kino-Charts hielt und auch an den Filmfestspielen von Venedig 2008 für Begeisterung sorgte.

08.08.2012

4

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Kommentare

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hergie

vor 10 Jahren

Wie so viele Filme von Miyazaki zwischen kindlich und liebevoll. Macht Spass durch die vielen Bezüge die der Film zur Mythologie und Umweltfrage herstellt, und man lernt auch einiges über Japan.


alienor1027

vor 10 Jahren

Miyazaki hat mal wieder einen wunderschönen Zeichentrickfilm geschaffen!
Nebst der erfrischenden Tatsache, dass der Film nicht am Computer entstanden ist, besticht der Film mit liebevollen Details, süssen Charakteren und den typischen Miyazaki-Lehren.
Nicht nur für Kinder sehenswert:)


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