Spider-Man 3 USA 2007 – 139min.

Filmkritik

Netzschwinger auf dem Egotrip

Filmkritik: Dominique Zahnd

In seinem neusten Leinwand-Abenteuer muss es Spider-Man gleich mit mehreren Super-Feinden aufnehmen. Doch was macht der Comic-Hero in den Kampfpausen? Heulen.

"Spider-Man" ist eine der erfolgreichsten Filmreihen der Welt: Die ersten zwei Abenteuer des Netzschwingers haben über 1,6 Milliarden US-Dollar eingespielt. Logisch, dass da auch noch ein dritter Teil nachgeschoben werden musste.

Darin hat der Superheld mit den Spinnenkräften einen ganz neuen, übermächtigen Gegner zu besiegen - und zwar sein Ego. Peter Parker/Spider-Man (Tobey Maguire) wird von einer ausserirdischen Lebensform infiziert. Die verwandelt den Jüngling nach und nach in einen selbstverliebten Gockel, der meint, dass alle Frauen auf ihn stehen. Er erliegt quasi der dunklen Seite der Macht.

Darum kriselt es dann auch bald in der Beziehung mit Mary Jane (Kirsten Dunst). Zudem gibt es auch noch neue Fieslinge, die ihn um die Ecke bringen wollen: Sandman (Thomas Haden Church) und Venom (Topher Grace). Um die zwei besiegen zu können, muss sich der Wandkrabbler erst mit einem anderen Superhelden verbünden.

Ein neuer Spider-Man-Film bedeutet für den Comic- und Kinofan so was wie verfrühte Weihnachten. Doch «Spider-Man 3» will leider nicht so richtig Freude machen. Was vor allem an dem aufgesetzten und mit der Zeit extrem nervigen Liebesgeplänkel zwischen Peter Parker und Mary Jane liegt. Die Inszenierung des Leidens der beiden ging völlig in die Hose.

Die beabsichtigten Emotionen kommen überhaupt nicht beim Zuschauer an und bremsen den Film. Kirsten Dunst beweist hier auch einmal mehr, dass sie von Anfang an eine Fehlbesetzung für den Part der Mary Jane war. Kollege Maguire spielt derweil sehr hölzern - und drückt zu sehr auf die Tränendrüse. Überhaupt ist unser Superheld etwas gar arg am Wasser gebaut: Er flennt viel, zu viel. Mal wegen seiner Verflossenen, dann wegen seinem Freund Harry (James Franco) oder wegen seinem toten Onkel.

Als absoluter Reinfall darf der Film trotzdem nicht bezeichnet werden. Denn streckenweise wird einem gut gemachtes Kino serviert, das nicht spart mit atemberaubenden Kamerafahrten, dynamischen Kampfszenen und vielen gelungenen Gags. Wenn Parker sich zum Beispiel als cooler Loverboy aufspielt und in einer Bar eine Riesenshow hinlegt, dann möchte man fast schon applaudieren.

Für den Comicfilm-Geek hat es dann auch wieder ein paar hübsche Gastauftritte (Comic-Zeichner Stan Lee und Trashfilm-Ikone Bruce Campbell). Auch das macht Spass. Aber unter dem Strich ist «Spider-Man 3» leider der schwächste Film der Reihe - was sicher auch an der unnötigen Überlänge von 140 Minuten liegt. Kürzungen, speziell bei der Lovestory, hätten dem Film gut getan.

02.07.2019

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Kommentare

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movie world filip

vor 9 Jahren

wenn ich wählen muss zwischen spider man und mission impossible zum beispiel, wähle ich für alle folgen mission impossible -


raffi44

vor 13 Jahren

ich fand den Film genügend.


danu23

vor 13 Jahren

Film für 12 bis 14-jährige mit sehr schlechter und 100% voraussehbarer Story!


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