Rezept zum Verlieben Australien, USA 2007 – 104min.

Filmkritik

So schmackhaft kann die Liebe sein

Filmkritik: Dominique Zahnd

Es ist wieder mal Remake-Zeit: Regisseur Scott Hicks hat den Made-in-Germany-Kinohit «Bella Martha» nach Amerika verfrachtet. Statt Martina Gedeck spielt nun Catherine Zeta-Jones die Hauptrolle.

Das US-Kino zeichnet sich bisweilen durch rechte Ideen-Armut aus: Neun von zehn der kommenden Grossproduktionen sind Fortsetzungen («Indiana Jones 4», «Rambo 4» etc.) oder Remakes («Star Trek» etc.). Momentan gerade schwer angesagt ist der Ideen-Klau beim deutschen Kino. Dem Oscar-gekrönten Erfolgsfilm «Das Leben der Anderen» soll zum Beispiel demnächst auch eine US-Variante folgen.

Doch als Nächstes kommt nun erst mal die amerikanisierte Variante von Sandra Nettelbecks Spielfilmdebüt «Bella Martha» (2001) in unsere Kinos. Im gelungenen Original dreht sich alles um eine perfektionistisch veranlagte Sterneköchin - fabelhaft von Martina Gedeck mit sprödem Charme verkörpert. Der Film unterhält vorzüglich, strahlt vor Witz, ist stimmig und bisweilen angenehm melancholisch.

Unter dem Titel «Mostly Martha» kam der deutsche Film in die US-Kinos und entwickelte sich zum Überraschungserfolg, der über vier Millionen Dollar einspielte. Das motivierte Scott Hicks zum Remake «No Revervations»: Catherine Zeta-Jones schwingt hier den Kochlöffel, Aaron Eckhart steht ihr zur Seite - und bei beiden funkt es, erst vor dem Herd, dann auch abseits davon. Innert kürzester Zeit hat der Streifen das Zehnfache des Originals eingespielt. Mission erfüllt.

Zur Story: Manhattan, Bleeker Street 22. Dort befindet sich ein Feinschmeckerlokal, in dem Kate als Chefköchin arbeitet. Von Suppen über Steaks bis hin zur Gänseleberpastete - in der Küche läuft alles wie geschmiert. Doch dann wird das Leben der Köchin auf den Kopf gestellt: Sie ist plötzlich verantwortlich für die zehnjährige Zoe, deren Mutter, Kates Schwester, verstarb. Und dann tritt auch noch Nick in ihr Leben, ein Promi-Koch, der alles ungleich leichter nimmt als Kate, der bei der Arbeit italienische Arien hört, dessen komische Einlagen die Mitarbeiter zum Lachen bringen und - der Kates Konkurrent wird. Wie wird diese mit all dem fertig?

Das Erfreuliche an «No Reservations» ist: Der Film ist wirklich gut. Hicks' Remake ist witzig und pointiert. Catherine Zeta-Jones geht in ihrer Rolle auf und regiert temperamentvoll in ihrer Küche. Aaron Eckhart als Nick versprüht viel gute Laune und ist ein erstklassiger Charmebolzen. Natürlich ist die Inszenierung glatt, die Bilder poliert, alles perfekt. Wir sind hier schliesslich in der Metropole New York, wo selbst Küchen Glamour ausstrahlen können. «No Reservations» kommt einem vorzüglich mundenden Menü gleich, dass toll ausschaut und sehr fein schmeckt: ein idealer Date-Movie.

13.05.2009

4

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Kommentare

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julianne

vor 9 Jahren

Wieder mal gesehen ein wunderschöner Film und soundrack traumhaft!!!! Really beautiful!!!!!


heusser

vor 14 Jahren

Super schöner Film mit Herz und Seele


raffi44

vor 15 Jahren

ich fand den Film gut.


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