CH.FILM

Max & Co Belgien, Frankreich, Schweiz, Grossbritannien 2007 – 76min.

Max & Co

Filmkritik

Animiert, couragiert, Max-imalisiert

Rolf Breiner
Filmkritik: Rolf Breiner

Füchschen Max machte bereits vor dem Start Schlagzeilen - als teuerster Schweizer Film aller Zeiten. Der ambitionierte Animationsfilm kostete 30 Millionen Franken. Eine sympathische Note verleihen der Öko- und Liebesfabel die Stimmen von Gilles Tschudi über Dodo Hug und Viola Tami bis Beat Schlatter, Patrick Frey und Max Müller.

Trickfilme, so meint man, seien Sache der grossen Studios in Hollywood oder England. Leckerbissen wie "Ratatouille" beispielsweise, dieses witzig animierte Actionmenü, wurde in den Pixar-Studios realisiert und avancierte zum Kinorenner. Und jetzt kommt ein Schweizer Film daher und bietet den Grossen die Stirn. Das scheint nicht nur mutig, sondern fast verwegen. Auch dank der Gelder des obersten Schweizer Filmförderers Nicolas Bideau wurde das Werk auf die Beine gestellt. Die Brüder Frédéric und Samuel Guillaune haben in Freiburg das Studio Cinémagination aufgebaut und produzierten erste Kurzfilme, Werbespots und Auftragsfilme etwa für die Zauberlaterne, Uni Freiburg, Zürich Versicherungen und CS.

Was die beiden Freiburger geschaffen haben, verdient Respekt. Klar, sie transportieren ihre Geschichte in eine Welt, in der tierähnliche Gestalten agieren. Das hat sich bewährt und garantiert dennoch eine Affinität zur Realität, zu Menschen - Disney sei Dank! Liebevoll haben unzählige Mitarbeiter Figuren, Kulissen und anderes bewegt, um der Öko-Fabel Leben einzuhauchen. Der junge Max sucht seinen Vater, einen scheinbar legendären Musiker namens Johnny Begoude. Der soll noch immer durch die Lande tingeln und hat keinen guten Ruf. Max landet in dem Kaff Saint-Hilare. Dort führt Dandy Rodolfo das Unternehmer-Zepter einer Fliegenklatschen-Fabrik. Der geckenhafte Erbe hat nur eins im Sinn: Die Produktion zu erhöhen. Und sein dämonischer Wissenschafter Martin kennt keine Skrupel, massenhaft Fliegen auf die Bevölkerung loszulassen.Outsider Max versucht mit Hilfe der aufmüpfigen Fränzi aus dem Dorf und der Sängerin Kathie, die Bewohner aufzurütteln und gegen den tyrannischen Patron Rodolfo zu rebellieren, nachdem die gutmütige Frau Doudou einer Fliegenattacke zum Opfer gefallen ist. Das klappt nicht auf den ersten Anhieb. Und Martin setzt perfide Mittel ein, um den Fabrikationshochsitz zu schützen.

Die Geschichte (Drehbuch: Christine Dory, Emmanuel Salinger) wird liebevoll erzählt. Sie hat sicher ihren Öko-Reiz, märchenhaften Charme, zwischenmenschliche Töne (zwischen Vater und Sohn und Sympathisantin) und auch musikalischen Pepp. Gleichwohl wirkt der ansehnliche Trickfilm etwas schweizerisch bedächtig und betulich. Erstaunlicherweise erhält er mehr Drive und Pfiff durch die schweizerdeutsche Synchronisation. Das lässt sich sehen und hören! Die Stimmen von Patrick Venetz (Max), Gilles Tschudi (Rodolfo), Dodo Hug (Frau Doudou), Viola Tami (Kathie), Beat Schlatter (Sam) oder Patrick Frey (Martin) stimmen. Sie sind eine Bereicherung.

24.05.2012

4

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Kommentare

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hergie

vor 6 Jahren

Ich hab den Film asl DVD gekauft und gesehen, und fand ihn sehr schön, voller liebenswerter und amüsanter Ideen, und besonders in der Schweizerduetschen Fassung für Neu-Schweizer wie mich in Muss. Die liebevolle Zeichnung der (Fribourger) Altstadt, die vielen verschiedenen Dialekt-Stimmen (die können einen als Zugereisten auch ein bisschen überfordern: -)), und Beziehungen zwischen den Personen hat mich sehr berührt. Schade dass der Film kein finanzieller Erfolg war - das hat er nicht verdient! Ganz im Gegenteil, ich kann ihn nur auf das Heftigste empfehlen!Mehr anzeigen


Patrick

vor 8 Jahren

Der Film war an der Kinokasse ein Mega-Flop.
Das ist so weil der Film für die Kleinen zu konfus und zu Brutal ist, und für die grossen kommt die Story nicht in fahrt.


300

vor 10 Jahren

Leider kein grosser Wurf. Man hätte lieber das Budget für einen besseren Film gebraucht. Schade.


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