Die drei Räuber Deutschland 2007 – 80min.

Die drei Räuber

Filmkritik

Schrecklich schrecklich, schrecklich nett

Rolf Breiner
Filmkritik: Rolf Breiner

Eine Räuberbande kidnappt das Waisenkind Tiffany, doch das Mädchen gewinnt die Herzen der Kerle. Tomi Ungerers Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1961 wurde von Hayo Freitag als kongenialer Zeichentrickfilm umgesetzt - und pfiffig weiter erzählt.

Es hätte mal einen kleinen achtminütigen Trickfilm in der Tschechoslowakei von "Die drei Räuber" gegeben, erinnert sich Autor und Illustrator Tomi Ungerer. Die 40 Seiten des Bilderbuchs hat Regisseur Hayo Freitag zu einem Zeichentrickfilm ausgebaut und weitergesponnen. Ungerer, dem man kürzlich in seiner Heimatstadt Strassburg ein Museum eingwerichtet hat, ist begeistert: "Der Film ist ein richtiger Roman geworden." Die Drehbuchautoren Bettine und Achim von Borries haben den Faden der "Drei Räuber" aufgenommen, ausgemalt und weitergesponnen.

Die achtjährige Tiffany (Stimme: Elena Kreil) wird nach dem Tod ihrer Eltern in eine Kutsche verfrachtet und soll in ein Kinderheim verschoben werden, in dem die böse Tante (Katherina Thalbach) herrscht. Auf der Fahrt dorthin gerät sie jedoch an drei Räuber, an den mit der Donnerbüchse (Charly Hübner), an den mit dem Blasebalg, Finn (Bela B. Felsenheimer von "Die Ärzte") und an Malente (Joachim Król), den Anführer mit dem riesigen roten Beil. Einen Schatz hat das Waisenkind nicht bei sich., aber eine Idee. Tiffany will lieber in der Räuberhöhle Zuflucht nehmen als in der Zuchtanstalt der diktatorischen Tante eingesperrt werden. Also tischt sie ihren etwas tumben Kidnappern das Märchen vom reichen Maharadscha-Vater auf, der sicher ein grosses Lösegeld zahlen würde. Als der ganze Schwindel auffliegt, macht das Mädchen eine Kurve und begibt sich in eben die Festung, in der viele Kinder unter der Knute der Tante leiden. Man ahnt es, die Räuber haben ein gutes Herz, sehnen sich nach Tiffany und handeln.

Regisseur und Drehbuchautoren hatten Fantasie und schmückten die Figur der Tante aus, die in Ungerers Buch nur mit einem Satz erwähnt wird: Tiffany war ein Waisenkind und auf dem Weg zu einer wunderlichen alten Tante, bei der sie in Zukunft leben sollte. Im Film wird dazu eine drakonische Erziehungsanstalt in einem Schloss kreiert, die zum Schauplatz einer räuberischen Revolte wird. Das hat Witz und macht Sinn, auch wenn das Torten-Happening zum Filmschluss hollywoodesk-übertrieben scheint.

Man muss den Filmemachern zugute halten, dass sie Ungerers Märchenbuch in seinem Sinn und Stil erweitert und (bewegt) bebildert haben. Es gibt reizende Szenen-Intermezzi zu entdecken - von den Waldtieren, dem lahmen Polizisten (mit der Stimme des Regisseurs) und den garstigen Räubern mit gutem Herz. Der Zeichentrickfilm ohne Hightech-Animationen erweist sich als intelligentes Bilderbuch, etwas altmodisch, aber beherzt, lustig und kindgerecht. Er sagt viel über die Engstirnigkeit der Erwachsenen, aber auch einiges über raue Räuber aus, die ihre Herzen auf dem rechten Fleck haben, auch wenn sie unter harter Räuberschale versteckt sind.

04.12.2007

4

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Kommentare

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gingging

vor 4 Jahren

Dieser Film ist einfach super!


tuvock

vor 12 Jahren

Handlung, Meinung, Ideen, usw. alles in einer Wurst:

Also gar nicht einfach einen Kinderfilm im Kino mit einem kleinen Kind zu sehen. Echt schlimm. Dass ist eigentlich eine Bildberuchverfilmung. Die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen, eigentlich sogar sehr bekannten Bilderbuch, welches 1963 von Tomi Ungerer herausgebracht wurde. So ein Typ wie der Kinderbuchautor Thomas Brezina. Ja mit so was hat man viel Erfolg. Die Musik am Anfang, die klingt wie unnötiger Deutscher Heavy Death Metal Hipp Hopp Rap Dreck. Die Bilder sind so gemalt dass ein Kleinkind Angst hat, denn die gesuchten Kapuzierten Typen sehen aus wie die Türkische Hipp Hopp Kukluxclan Brigade.

Die Handlung fand ich gut. Also die Eltern der kleinen Zeichentrick TIFFANY, die einen STOFFHASEN hat, sind gestorben. Das kleine blonde Mädchen soll ja ins Internat kommen. So ne Art Kinderheim. Und was macht die? Die wird hingeführt, am Anfang sieht man nix von dem Tod der Eltern. Wieso die starben, ja keine Ahnung, habe vergessen meine Holde zu fragen, anspruchsvoller Film usw.

Also da sind da so 3 Räuber, eben wie der Filmtitel. Ja und sie wird gewaltsam mit der Kutsche fortgeführt. Unterwegs, sie ständig Polizei und PAPA rufend, wird die Kutsche von 3 Räubern überfallen. Was ich blöd fand, als die Kutsche wegfuhr, der Gendarm macht sich Sorgen weil 3 Räuber 30 Jahre lange schon frei rum rennen. Dass ist sicher eine von der CSU oder CDU, nur reden nichts machen. Ja faule Beamte halt. Die Räuber können deswegen nicht gefunden werden weil es keine unsichtbaren explodierenden Halsbänder gibt, oder GPS Ortung per Handy, die Typen habe nicht mal ein Handy. Also TIFFANY fährt durch den Wald, Nacht auch noch dazu, Eulen die Angst machen, die Räuber entführen sie also, sie will nicht alleine dort bleiben denn die höflichen Räuber nehmen ja das Kind nicht mit, erzählt dass sie die Tochter vom Maharadscha ist, dass hat sie in einem Buch gelesen, außerdem will sie nicht im Wald alleine zurück bleiben und bietet sich mit Ihrer Fantasy als Beute an. Ja und die Räuber sperren sie in eine Höhle um Lösegeld zu erpressen.

Die Räuber sind sicher Ostfriesen oder Burgenländer, denn die fragen nicht nach welcher Maharadschas, wovon usw. Diese Geschichte glaube ich spielt sich in Deutschland ab, Na ja da gibt’ s ja viele Maharadschas. Z. b. den Mahara Dings Bums vom MacDonald, dann den Maraschadschas Kapo vom Modehaus Zara und noch viele mehr. Aber egal, Maharadscha hat Geld, TIFFANY bringt Geld. Was keiner wusste, sie freunden sich alle an. Die Räuber finden Gefallen an dem kleinen süßen Kind, und verbünden sich, gegen die böse Tante was zu machen, die ja die Kleine ins Waisenheim abschieben wollte, und dass Ende der Story ist schon sichtbar.

Berühmt sind die Sprecher auch teilweise, denn es sind folgende Figuren da.

Elena Kreil: Die kleine Tiffany
Joachim Król: Räuber Malente
Bela B. Felsenheimer: Räuber Flinn
Charly Hübner: Räuber Donnerjakob
Katharina Thalbach: Tante
Tomi Ungerer: Stimme des Erzählers

Und ich finde es auch nett dass der Autor die Stimme des Erzähler abgibt. So ist alles in allem eine gut in sich geschlossene Story, die auch einen Pädagogischen Wert mit sich bringt. Dass die Räuber dauernd was schwarzes anhaben ist egal, dass alle Leute irgendwie deutsch kindlich lustig agieren finde ich gut, dass die Überfallenen als Kundschaft tituliert werden finde ich schön. TIFFANY ist einfach irgendwie ein liebreizendes Kind dass noch normal ist ohne die ganzen Dinge wie MP3 am Handy, GPS am Handy, was einige kleinen Kinder schon wissen.

Eigentlich ein richtiger netter Familienfilm, der wirklich auch sehr viel Witz hat, wenn man den versteht, sich ins Kind rein versetzt, so ne Art Pippi Langstrumpf für 5 Jährige und 80 Jährige, da ist eh kein Unterschied. Was mich gewundert hat ist dass der Film die Wurzeln zur 2 D Liebe gar nicht leugnet, ja sie noch fördert oft, was mich stört sind die Arcade Lieder von damaligen Computerspielen, die klingen hier so ähnlich, dass war dann irgendwie nervend finde ich. Warum z. B. wurde die Tante als so selten zu sehende blöde Kuh gezeichnet, wieso legte man nicht mehr Charakter rein? Wieso sind die Räuber als Trottel gezeichnet, denn mehr sind sie nicht, wieso ist im Film mehr von der kleinen zu sehen als von den anderen Figuren? Wieso sind Hexen und Tanten die Böse sind im Film immer hässlich? Wieso kommt selten das Gefühl auf, dass es echte Personen sind sondern nur Animierte Figuren?

Wieso gibt es ein rosafarbenes Einhorn? Wieso keines dass Stacheln hat? Wieso wurde nicht mehr auf Figuren Wert gelegt? Die hätten sich an „ Final Fantasy 7 – Advent Children“ ein Beispiel nehmen können. O. K. dann wäre die Tante ein ejakulierendes Alien Monster vom Planeten Krypton mit 3 Brüsten, aber egal, das wäre cool

77 von 100Mehr anzeigen


raffi44

vor 12 Jahren

ich fand den Film gut.


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