Scoop Grossbritannien, USA 2006 – 96min.

Filmkritik

Ein Mordsknüller

Simon Spiegel
Filmkritik: Simon Spiegel

Jahr für Jahr liefert Woody Allen einen neuen Film ab, mal besser, mal schlechter, aber nur noch selten wirklich überraschend. Der Kosmos des Beruf-New-Yorkers ist fest abgesteckt und allen Kinogängern bekannt.

Woody Allens letzter Streifen "Match Point" allerdings stach heraus; wesentlich verantwortlich dafür waren einerseits der ungewohnte Schauplatz - London statt Manhattan - und die Tatsache, dass Allen selber nicht mitspielte. Das neue Arrangement zwang den Regisseur dazu, für einmal ganz ohne seine zahlreichen, über Jahre kultivierten Mätzchen und Manierismen auszukommen, und siehe da: es sollte sich auszahlen. "Match Point" war brillant, böse, fast ernsthaft und vor allem: so ganz und gar untypisch für den Stadtneurotiker.

"Scoop" schliesst nun einerseits deutlich an "Match Point" an, ist aber gleichzeitig auch ein Rückzug in bekanntere Gefilde. Wieder geht es um Mord und Totschlag in der englischen Oberschicht, und wieder ist Scarlett Johansson mit von der Partie. Die schlüpft in die Rolle der etwas naiven, angehenden Journalistin Sondra, die auf ziemlich ungewöhnliche Weise an die Story ihres Lebens gerät. Mitten in einem Trick des Zauberers Splendini materialisiert sich der verstorbene Starjournalist Joe Strombel in der magischen Kiste, in die Sondra als 'Freiwillige' gesteckt wurde, und klärt sie über den wahren Grund seines Todes auf: Er wurde ermordert, und zwar von keinem geringeren als dem Millionenerben und Adligen Peter Lyman (Hugh Jackman). Ein Mordsknüller, den der Verstorbene unbedingt an eine Berufskollegin weitergeben will.

Mit der Zauberaufführung sind wir auch wieder auf vertrautem Terrain. Die Szene ist eine eindeutige Reminiszenz an Allens Beitrag zu m Episodenfilm "New York Stories", in dem Allens Mutter von einem Magier weggezaubert wird. Da trifft es sich gut, dass Splendini auch gleich vom Regisseur selbst gespielt wird. Gemeinsam machen sich Sondra und Splendini auf die Suche nach dem Mörder und wandeln damit deutlich auf den Spuren von "Manhattan Murder Mystery".

Trotz inhaltlichen Ähnlichkeiten und einigen Leichen schlägt "Scoop" somit eine ganz andere Tonart an als sein existenzialistisch angehauchter Vorgänger; statt düsterer Unbarmherzigkeit ist wieder eine leichte Komödie angesagt, in der Allen wie gewohnt nervös herumzappelt und das Publikum mit zahlreichen Sprüchen und noch mehr Ängsten und Neurosen bei der Stange hält. Das Ergebnis reicht zwar nicht an "Match Point" heran, ist aber unterhaltsam und gehört zweifellos zu den besseren Allens der jüngeren Vergangenheit.

10.11.2020

4

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Kommentare

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Alina

vor 9 Jahren

Super lustige Komödie


tuvock

vor 15 Jahren

Nein der Wortwitz? Für die Zuseher ist es wahrscheinlich schon aufregend, Scarlett zu sehen, zu stöhnen, nen Ständer zu bekommen, und hoffen das die eigene Freundin das nicht bemerkt, und wenn sie sich nach den Flecken vom Spinat, vom gestrigen Mittagessen erkundigt und Ihre Blicke dann auf deine Hose schweifen, kann man ja noch mehr Aufregung haben, wenn man versucht zu erklären, das dieses komische unartige wackelpuddingartige längliche Ding da in der Jean Hose eigentlich nur die geisterhafte Manifestation einer Boa ist, die aus der Geschichte vom Dschungelbuch in die Hose geflüchtet ist, weil Ihr große dreibeinige Alien Roboter vom Planeten Krypton versucht haben eine Analsonde in den Anus zu schieben.

Was mir nicht so ganz gefallen hat, ist Joe Strombel, der ist zwar nett gewesen nur als Journalist im Totenreich, ne da stelle ich mir Journalisten so vor wie Lou Grant, so glatzköpfige Typen die ruhig und besonnen sind. Peter Lyman, gespielt eben von Hugh Jackman ist wirklich ein guter gutaussehender Schauspieler und wenn ich meiner nicht Arthritiskranken Freundin glauben soll, würde die gerne mit Ihm Kamasutra Aerobic mit ihm machen. Blöd das man jung ist und noch so beweglich. Naja bei Hugh verstehe ich das.

Das ganze ist wie eine Screwball Komödie, leichtfüßig und auch wenn es der 36. Film ist den Woody da macht, ich hätte mir schon mehr Witz gewünscht, aber er war nicht schlecht. Die Darsteller allesamt fast gut ausgebildet, und engagiert, ambitioniert, und gut aussehend. So richtig Menschen von einem anderen Planeten. Europa bei Woody Allen ist natürlich reich, High Society, Altmodisch, Einfach, Stinkreich.

Ha ich lach mich etwas gerade ab wenn ich mir denke, das Splendini der Vater ist, von Scarlett Johansson, und der hat das nicht so ganz gerne. Aber beide haben die Rolle sehr gut gespielt, die der alte Magier sich für sein blondes Mündel ausgedacht hat. Sie hat nach seinem Gespräch eine Akute Sinktentenz und das ist natürlich erblich bedingt, und als Hobby sinkt die ganze Familie so hin und wieder langsam dahin. Oh Mann, wie kann so was nur einem Menschen einfallen. Vor Lachen ist mir mein Gaumen auf den Boden gefallen, war lustig die Sucherei dann mit dem ganzen Geraschel.

Gut gefallen hat mir Jackman als Aristokrat in der Britischen Oberwelt, und ja das tolle Auto, echt herrlich. Es ist der 25. Film gewesen in dem Scarlett mit Ihren 1, 63 Metern, frische und fröhliche 21 Jahre alt mit gespielt hat. Woody Allen ist 70 gewesen. Und ja, der Film hat 4 Millionen US $ gekostet, ein Budget das andere für Klopapier im Film ausgeben.

Das war auch süß. Scarlett sitzt vis a vis auf einer Bank von Hugh, sie sieht ihn an, frisst ihn fast auf, redet nebenbei von mystischen Dingen wie Astrologie und als er sie fragt, was schauen sie so meint sie nur, Sie haben so einen schönen Zahnschmelz.

Nun, die Schauspieler sind allesamt ganz nett und ambitioniert, der Film ist ruhig, technisch gibt es nichts zu bemängeln, meistens schwebt ein leiser Schleier von klassischer Musik über den Film der knapp 100 Minuten dauert, er ist ruhig, hat einen intelligenten Witz und ist eigentlich empfehlenswert.

84 von 100Mehr anzeigen


tuvock

vor 15 Jahren

Die Handlung in Kurzformat:

JOE STROMBEL ist verstorben, er war ein berühmter Englischer Journalist. Jeder hat ihn gemocht. Er hat viele Enthüllungsgeschichten in seinem Leben geschrieben. Doch nun ist er tot und lebt auf einem Schiff. Er hat aber keine Ruhe. Er ist in einer Art Vorhölle, fährt zum Hades, was weiß ich, jedenfalls hört er von einem Mörder, dem Tarot Karten Killer. Und er muß was machen, nur was?

Er erscheint als Geist während einer Zaubervorstellung von SIDNEY „ SPLENDINI“ WATERMAN (Woody Allen) der Journalismusstudentin SONDRA PRANSKY (Scarlett Johansson), die mal ziemlich perplex ist, der er aber im Laufe der Zeit genügend Hinweise gibt, wie sie den Täter fangen kann.

Sie ist Amerikanerin und besucht gerade VIVIAN, Ihre Freundin, und eben die verliebt sich noch dazu in Ihr Opfer der Enthüllung. Es ist PETER LYMAN (Hugh Grant), ein ziemlich bekannter und angesehener Lord in London der Obersten Oberschicht der High Society. Als SID ihn sieht versucht er Ihr zu helfen, und gemeinsam als Tochter und Vater Gespann schleusen sie sich in die High Society ein und versuchen ausfindig zu machen was eigentlich hinter der Story steckt, die ein Geist weiß.

Meine Meinung und ein paar Informationen zum Film:

Im Kino kann man viel nachdenken. Entweder ob man die Nachbarin da vorne mit der Pfauenfeder auf Ihrem Wasserkopf köpft, oder ob man der Freundin einen Finger schenkt, der dann wandert in ein – Ähem – so jetzt benutzt eure Fantasie. Aber dann ist ja da noch der Film, und wenn er spannend ist kann man sich sogar auf den Film konzentrieren. Woody Allen, endlich wieder, und dann noch die super geile Scarlett Johansson. Immer wenn die auftaucht sieht man ein Raunen durchs Kino laufen. Die Frauen raunen weil die Männer ihr auf den Hintern sehen, die Männer raunen weil die Freundinnen keinen schönen Hintern oder ein schönes Gesicht haben, und die Singles raunen, weil sie nichts mehr vom Film verstehen. Scarlett ist so ein richtiger Raune Engel.

Der Film bietet gute gefährliche Ermittlungen a la Sherlock Holmes, im 2. Film den Woody in London gedreht hat mit seiner neuen Muse Scarlett Schatz. Hugh Jackman passt in das ganze Geschehen. Egal ob er Wolverine mimt, oder in so einer leichten einfachen Komödie spielt, der ist der perfekte englische Gentlemen. Der könnte James Bond spielen, theoretisch, wenn er größer wäre und muskulöser. Der hat so ein richtiges adeliges Aussehen. Etwas wovon alle Frauen träumen die unter 100 sind.

Wieso ist so viel Musik im Film? Ich komme mir vor wie zu Weihnachten festgebunden in einer Sonate von Mozart in einem unterirdischen Luftschutzbunker. Alles so viel Musik, so viel spielt sich im Musikzimmer ab. Ja dann da ist auch die befremdete Szene am Schiff, da reden die Toten, Der Fährmann bringt sie rüber, so kam es mir vor, und es reden 2 Gestalten über einen Killer in London.

In dem Film wird viel Lustiges aneinandergereiht über das ich nicht gerade lachen musste. Ich habe keine Ahnung, wieso sieht man das Totenschiff das in den Hades fährt, und 2 Leute reden, eine Frau die blond ist und einen Mann der Redakteur ist, wie sie über den Tarotkiller reden?

Ich kann mich noch an den letzten Film erinnern, „ Match Point“, der war auch von Woody, der war glaube ich besser. Lustig fand ich, als z. B. der Geist aufgetaucht ist und Sondra Pransky versucht hat den alternden Taschentrickmagier Splendini zu überzeugen das ein Geist eben Ihr gesagt hat wer in England der Tarot Karten Killer ist. Und natürlich hat er Ihr nicht geglaubt, und als beide den Geist sahen, war es echt witzig wie Woody reagiert hat. Für Woody ist es eigentlich schon aufregend was Gutes zu Essen und Sodbrennen zu haben.Mehr anzeigen


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