Ice Age 2 USA 2006 – 91min.

Filmkritik

Ice Ice Baby

Simon Spiegel
Filmkritik: Simon Spiegel

Jede Eiszeit geht mal zu Ende - filmische einfach etwas schneller. Noch eben war in "Ice Age" alles weiss und zugefroren, da taut es in der Fortsetzung bereits an allen Ecken und Enden. Und mit den wärmeren Temperaturen kommen auch neue Gefahren: Der Eisdamm droht zu bersten und alles unter sich zu begraben, und im Wasser tummeln sich allerlei gefrässige Untiere.

Das ungleiche Heldentrio von «Ice Age» ist zurück; Manny, das stoische Mammut, Diego, der coole Säbelzahntiger, und das dämliche Faultier Sid. Zu Beginn herrscht noch Freude und Harmonie in der Tierwelt, doch die drohenden Wassermassen zwingen zum Aufbruch, alles strömt zum Ende des Talkessels, wo (vielleicht) Rettung wartet. Der Plot von "Ice Age: The Meltdown" ist mehr als simpel, doch natürlich geht es auch dieses Mal in erster Linie nicht um die Geschichte, sondern um witzig-skurrile Tiere, die sich nur allzu menschlich verhalten.

Ganz besonders menschelt es dieses Mal bei Manny, der als Vertreter eines aussterbenden Spezies hoch erfreut ist, auf die nicht allzu zierliche Mammut-Frau Ellie zu treffen. Bevor es zur zarten Bindung zwischen den beiden Kolossen kommt, müssen aber noch einige Schwierigkeiten ausgeräumt werden - etwa die Tatsache, dass sich Ellie für ein Beuteltier hält (ein Kusu, um genau zu sein) und sich des Nachts mit ihrem Schwanz an einen Baum hängt.

Das Geheimnis guter Animationsfilme liegt in den Figuren, eine Weisheit, die man sich bei Blue Sky Studios nach dem sehr mässigen "Robots" wieder zu Herzen genommen hat. Wenn man Figuren wie einen wasserscheuen Säbelzahntiger oder ein Faultier von der Ungeschicktheit eines Sids hat, braucht man ohnehin keine weltbewegende Geschichte. Wie schon im ersten Teil werden immer wieder Szenen eingeschoben, in denen das prähistorische Eichhörnchen Scrat Leib und Leben für eine Eichel riskiert, was mit der Haupthandlung eigentlich nicht viel zu tun hat und ohne weiteres auch als eigenständiger Cartoon funktionieren würde.

So wirkt "Ice Age 2" denn auch stellenweise eher wie eine Ansammlung witziger Kurzfilme; auf jeden Fall steht der Film mehr in der Tradition von Cartoon-Meister Chuck Jones als in der der disneyschen Langzeichentrickfilme. Diese Patchwork-Technik stört aber ebenso wenig wie die im Vergleich zu den Produktionen des digitalen Platzhirschs Pixar eher rudimentären Hintergründe und Animationen, denn äusserst witzig und kurzweilig ist "Ice Age" auch in der zweiten Auflage.

01.03.2012

4

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Kommentare

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Pimpollo85

vor 7 Jahren

Ice Age so gut wie der erste, wen der erste gefallen hat würde ich Ihnen diesen auch empfehlen. Ein muss für Familie: -)


stephelbine

vor 7 Jahren

richtig lustig, fast so gut wie der erste Teil


movie world filip

vor 8 Jahren

so gut wie das erste, mit extra rutschbahn


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