Vom Suchen und Finden der Liebe Deutschland 2005 – 107min.

Filmkritik

Sie konnten voneinander nicht lassen

Filmkritik: Andrea Bleuler

Der Münchner Regisseur Helmut Dietl ist zurück mit einer romantischen Satire. Moritz Bleibtreu und Alexandra Maria Lara spielen ein Liebespaar, das nach sieben Jahren den Traum der grossen Liebe ausgeträumt hat - und dennoch nicht voneinander lassen kann. Eine wilde phantastisch-kitschige Inszenierung mit viel Prominenz.

Alles scheint magisch, als sich der schmierige Komponist Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu, graumeliert) und die wenig begabte Sängerin Venus Morgenstern (Alexandra Maria Lara) begegnen. Doch einige Jahre später ist der Lack ab, so kräftig haben sich die beiden zu formen versucht. Die Konsequenz: Mimi befördert sich ins Jenseits, Venus nimmt sich einen anderen Mann. Doch ohne einander leben können sie trotz allen Streitereien nicht.

Schmalz wohin das Auge reicht: Und doch lässt Helmut Dietl ("Schtonk", "Rossini", "Late Show") in seinem neuesten Film ungewöhnlich viel Pessimismus durchschimmern - die autobiographischen Bezüge zu seiner Beziehung mit Veronica Ferres gesteht er offen zu. Und so hat "Vom Suchen und Finden der Liebe" einige pikante Momente, die nicht zuletzt von der verwegenen Besetzung der verschiedenen Nebenrollen herrühren: Talkmasterin Anke Engelke und Uwe Ochsenknecht spielen beispielsweise ein Pärchen mit Liebesproblemen - bis Ankes Seitensprung mit (ausgerechnet) Harald Schmidt der Beziehung auf die Sprünge hilft.. Und Moritz Bleibtreu wurde Helmut Dietl optisch sehr angeglichen und legt zusammen mit Alexandra Maria Lara einige unterhaltsame Schlagabtäusche hin.

Um den an sich wenig originellen Verlauf der Geschichte noch ein wenig zu veredeln, wurde sie mit einer modernen Fassung des Orpheus und Eurydikes-Mythos unterlegt. Wie bereits bei "Rossini" (1997) hat auch hier wiederPatrick Süskind ("Das Parfum") am Drehbuch mitgeschrieben. Harold Faltermeyer (Komponist von "Axel F", Erkennungsmelodie des "Beverly Hills Cop") ist für die zuckersüssen Liedkompositionen verantwortlich, die das leidende Paar verbinden.

Insgesamt scheint Dietls Komödie vergangenen Zeiten nostalgisch verhaftet: Seine mythologisch angehauchten Figuren bestehen aus glamourösen und privilegierten Schöngeistern, die in Erfolg und Geld baden, wie einst in den üppigen achtziger Jahren. Herzzerreisend ist diese grosse Liebessause jedenfalls nie - Kühle und Ernst behalten auch in den komischen Szenen stets die Oberhand. Längerfristig vermögen sich Dietls mythologischen Karikaturen kaum einzuprägen - zu schleppend kommt der Schwank daher.

17.02.2021

3

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Kommentare

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konsulw

vor 16 Jahren

Tolle Adaption der Vorlage, schön umgesetzt


emma26

vor 16 Jahren

Die einen suchen die Liebe, die anderen warten bis sie sie finden. Beim finden kann man verzweifeln, beim suchen wird man nicht glücklich.... der titel dieses Filmes hat uns ins kino gelockt weil es interessant schien, einen film über dieses thema zu sehen, welches uns alle immer wieder beschäftigt. die Darstellung von gott ist schrecklich.... und die letzte aussage vom Film, es sei eine wahre geschichte.... du weisst dass es eine lüge ist, weil es nunmal unmöglich ist, Menschen zum leben zu erwecken.... der Film ist zum heulen. Vielleicht wäre er noch lustig, wäre man darauf vorbereitet. mit einem anderen Titel.Mehr anzeigen


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