Per Anhalter durch die Galaxis Grossbritannien, USA 2005 – 109min.

Per Anhalter durch die Galaxis

Filmkritik

Das Leben ist ein Raumschiff

Björn Schäffner
Filmkritik: Björn Schäffner

"The Hitchhiker's Guide to the Galaxy" ist das anarchische Gegenstück zu «Star Wars». Denn im Unterschied zur bierernsten Sternensaga besticht die britische Sci Fi-Serie durch Ironie und Witz. Da fragt sich bloss, ob der Geist ihres Schöpfers Douglas Adams auch eine Multi-Millionen-Dollar-Kiste aus Hollywood in Besitz nehmen kann.

Douglas Adams' "Per Anhalter durch die Galaxis" ist Kult. Vor allem die Buchversion ist so beliebt bei Fans in aller Welt, dass es schier selbstmörderisch anmutet, dieses Werk für die grosse Leinwand übersetzen zu wollen. Andererseits ist nicht weiter erstaunlich, dass nach dem Hörspiel, nach dem Roman, nach dem Computergame, nach der TV-Serie und nach dem Comic nun der Spielfilm dran ist.

Ob nun die Gralshüter der reinen Lehre nach Douglas Adams an der Hollywood-Version von "The Hitchhiker's Guide to the Galaxy" Gefallen finden, sei dahin gestellt. Zentral bleibt aber auch für weniger orthodoxe Fans die Frage, wie gut der Film von Regisseur Garth Jennings und Produzent Nick Goldsmith den legendären Humor der Vorlage zu portieren vermag. Die Antwort: Das britische Duo hat ihre Sache nicht schlecht gemacht.

So nimmt die Handlung im ironisch-anarchischen Gestus von Douglas Adams ihren Lauf: Mit einer Musical-Nummer, in der Delphine munter Saltos schlagen. Ein allwissender Erzähler (Stephen Fry) klärt darüber auf, dass diese possierlichen Kreaturen vergebens versucht hätten, die Menschheit vor dem kommenden Ende der Welt zu warnen. Da sie mit ihrer Botschaft nicht durchgedrungen seien, würden sie nun den blauen Planeten zu verlassen. Und so verabschieden sich die Delphine mit dem Spruch "Macht's gut und danke für den Fisch" - das übrigens auch der Titel einer Hitchhiker-Fortsetzung.

Von all dem weiss Arthur Dent (Martin Freeman) freilich gar nichts. Als Erdenbürger und "Abkömmling von Affen" hat er an diesem Morgen ein böses Erwachen. Vor seinem Schlafzimmer türmt sich ein Heer von Bulldozern. Dieses will sein Heim dem Boden gleichmachen will, um einer Umfahrung Platz zu machen. Es kommt noch schlimmer, als Dent von seinem Freund Ford Prefect (Mos Def) erfährt, dass der Erde in wenigen Minuten ein nicht unähnliches Schicksal widerfahren wird: Der blaue Planet soll einer intergalaktischen Umfahrung weichen. Ford Prefect muss es wissen, denn er ist, wie sich herausstellt, ein Ausserirdischer.

Den beiden bleibt also nichts anderes übrig, als den Daumen auszufahren und beim nächstbesten Raumschiff einzusteigen. Ja, die Erde wird in wenigen Sekunden mit einem spektakulär unspektakulären Ploppen atomisiert werden - so, als hätte die Zerstörung des Todessterns in einer weit, weit entfernten Galaxie nie stattgefunden.

Was folgt ist eine irrwitzige Fahrt durch die Galaxis, bei der unter anderem die Suche nach der endgültigen Antwort auf den Sinn des Lebens, das Universum und den ganzen Rest eine Rolle spielt. Natürlich dürfen auf der Odyssee alte Adams-Bekannte nicht fehlen: etwa Marvin der paranoide Roboter (Stimme: Alan Rickman), der an George Bush erinnernde Präsident der Galaxis, Zaphod Beeblebrox (Sam Rockwell) oder die letzte Erdenbürgerin Trillian (Zooey Deschanel).

Nicht nur was die Besetzung angeht, auch visuell ist der Film ein Glücksfall: Der 70er-Retrolook steht der Vorlage gut an. Kommt glücklicherweise hinzu, dass das Spektakel nicht von einer Überdosis Special Effects verheizt wird. Alles bestens soweit. Doch am Ende bleibt der Film eine Spur zu glatt. Zu kalkuliert. Da wünscht man sich schon fast einen Schluck Pangalaktischen Donnergurgler. Dieser "härteste und beste" Drink der Galaxis soll einem bekanntlich das Hirn wie mit in Zitronenscheiben gehüllten Goldbarren aus dem Kopf dreschen. Prost.

01.11.2013

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Kommentare

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narniafan

vor 12 Jahren

Ich habe den Film auf DVD und lach mich ab der Absurdheit und des "Britischen Humors" beinahe Schlapp
Aber zum meisterwerk reichts nich... schaade


quietshark

vor 13 Jahren

am anfang etwas zäh, bis man schnallt was das ganze soll. danach einsame spitze!!


hurricane6

vor 13 Jahren

Sehr guter und amüsanter Film


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