Stealth - Unter dem Radar USA 2005 – 121min.

Filmkritik

Bruchlandung

Filmkritik: Dominique Zahnd

Action-Spezialist Rob Cohen («The Fast and the Furious») lässt einen irre gewordenen Hightech-Jet über die Leinwand düsen. Die Story entpuppt sich bei näherem Hinsehen aber als äusserst flügellahm.

Autsch! Dieser Streifen weist so viele Logiklöcher auf, dass es weh tut. Und dann erst die schwache Performance der Darsteller! Und die dämlichen Dialoge! Und die lächerlichen Effekte! Doch halt, halt, halt: Bevor dieses Stück Filmmüll nun im Detail seziert wird, hier erst mal der Plot.

Ben (Josh Lucas), Kara (Jessica Biel) und Henry (Jamie Foxx) gehören der Stealth-Einheit für taktische Angriffe an. Sie sind die drei besten Kampfpiloten der amerikanischen Luftwaffe und meistern mittels ihrer hochmodernen Jets auch die schwierigsten Missionen. Doch das Trio bekommt beim Ausschalten von Waffenschiebern und Terroristen plötzlich Konkurrenz - und zwar in Form eines Flugzeugs, das von einem Computer gesteuert wird. Unsere Helden finden das gar nicht cool. Trotzdem müssen die drei den neuen Jet testen. Im Einsatz lässt ein Blitz dem Supercomputer aber die Sicherungen durchbrennen und er fängt an, selbstständig zu «denken» und zu handeln.

Etwas oberflächlich betrachtet fühlt sich «Stealth» genau wie ein Michael Bay-Film an. Es rummst ständig, es gibt zuhauf Explosionen und der Action-Pegel wird immer schön hochgehalten. Hie und da noch ein knackiger Spruch - so schaut gut gemachtes Popcorn-Kino aus. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen. Bayfilme wie «The Rock», «Bad Boys» oder «Armageddon» haben in der Vergangenheit Millionen von Kinogängern gut unterhalten. Tja, aber «Stealth» stammt eben nicht von Michael Bay, sondern von dessen kleinem Bruder im Geiste, von Rob Cohen. Der kennt die Zutaten für ordentliches Actionkino eigentlich auch - wie «XXX» oder «Dragonheart» bewiesen. Aber bei seinem jüngsten Streich macht der Regisseur nun wirklich alles falsch.

Dieser Film verstösst gleich gegen mehrere Gesetze - darunter die der Physik, der Chemie und der Logik. Über die eine oder andere Unsinnigkeit in der Story sieht man als Zuschauer ja sonst durchaus mal hinweg, wenn der Rest irgendwie stimmig ist. Aber hier? Nein, so geht das nicht. Da fliegen zum Beispiel hypermoderne Jets in Minuten um den Globus. Tanken? Wer braucht das schon! Und dann dieser Klischee-Reigen: Thaifrauen sind anhänglich, sexy und können kein Wort Englisch. So ein Quatsch! Die Dialoge? Eine Qual. Shootingstar Jamie Foxx («Collateral», «Ray») verspielt sich seinen ganzen erarbeiteten Bonus, weil er in seiner Rolle als Henry selten blöde Zeilen aufzusagen hat. Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach dem einzig positiven an dem Streifen. Doch, das gibt es - und zwar die Bikiniszene mit Jessica Biel. Aber das war's.

«Stealth» hätte ein cooler Cocktail aus «Top Gun» meets «War Games» meets «Knight Rider» sein können. Doch hier werden leider keine Emotionen transportiert, die hölzernen Charaktere sind ärgerlich und die Action sieht zu CGI-lastig und somit schlecht aus. Was Rob Cohen mit «Stealth» abliefert, ist ein filmischer Tiefflieger, der zu recht in den Staaten an der Kinokasse abgestürzt ist.

19.02.2021

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Kommentare

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blade1337

vor 13 Jahren

Zunächst einmal über die ganzen negativen kommentare... meiner Meinung nach geht es überhaupt nicht um logig sondern um den spaß beim angucken eines Films..

Desweiteren denke ich soll dieser Film die nähere Zukunft zeigen deswegen ist die Computer gesteuerte drohne auch nicht "zu schlau"..

Ihr könnt auch weiterhin die unlogischen sachen suchen und den Film negativ bewerten..

Ich fand in jedenfalls Hammergeil und er ist ein muss für jeden Aktionfilm! Ich steh auf Hightech Jets =P

Und hoffe natürlich das es einen 2. Teil geben wird ( siehe Spoiler nach dem Abspann)

viel spaß noch beim logig suchen lolMehr anzeigen


schildi11

vor 16 Jahren

Super Film, muss man im Kino gesehen haben.


goretex

vor 16 Jahren

Hab ihn mir angesehen und war zu Beginn gefesselt von den CGI Modellen. Auch das Zittern der Kamera beim Vorbeiflug der Jets trug wesentlich zum Anstieg meines Adrenalinspiegels bei.

Unlogisch? Ja! Mach 4? Meiner Meinung nach ohne Probleme machbar, nur nicht mit der jetzigen Technologie. Torpedos kann man heutzutage auch mit mach 2 durchs Wasser schiessen - nur gewusst wie.

Aber zum Schluss wirds doch etwas albern. Der beste Fliegerpilot wird zu einer Basis geschickt, um dort von einem Arzt getötet zu werden.. Hallo?

Auch das Fliegen eines superwendigen Jets ohne angeschnallt zu sein bedarf keiner grossen Hirnaktivität um rauszufinden, dass dies eigentlich nicht ohne weiteres geht. Klar, der Pilot würde bei jeder Richtungsänderung gegen die Scheibe geklatscht (KLATCH!), geschweige denn bei Vertikalen Eingriffen. Schön wäre das jedenfalls nicht anzusehen.. Und wo bitteschön ist der Druckanzug?

Wiederum die Bombe, welche aus immenser Höhe, mit atemberaubendem Sturzflug ausgeklinkt wird, könnte ich mir gut vorstellen. Nur, ein normaler Jet wäre nicht mehr Fähig, sich den Anziehungskräften zu entziehen. Päng! Aber was schreibe ich da, dieser Jet ist natürlich das Beste was die Welt(USA) zu bieten hat. Ausgestattet mit zwei Videomonitoren, welche die Kollegen (Pilotenköpfe) zeigt um im Bedarfsfall, ein cooles "Hey, rück mal dein Gesicht zurecht" rüberzufunken.

Aye, den Hauptdarsteller hab ich ja ganz vergessen zu erwähnen! Herbie!

Er spielt seine Rolle echt gut. Er wurde, laut Gerüchten, von 40'000 Bowlingkugeln bei einem Casting ausgewählt.

Aber, er hätte etwas mehr in die Geschichte integriert, oder besser implementiert werden sollen. Die coolste war für mich eindeutig die "Glas verdunkeln, geile Mucke einschalten, losdüsen" Ich glaube die Mucke stammt von Incubus, aber ich könnte mich ja irren.

Ach ja, nicht alle Menschen in Nord Korea sind böse, besonders die Bauern nicht. Das fand ich ein bisschen kitschig und zu "USA like" - passt aber ins aktuelle Weltbild.

Meine Bewertung für diesen Film:

Nach dem Start dogfight deluxe, dann mangels Treibstoffs abgeschmiert.Mehr anzeigen


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