Hart am Limit USA 2004 – 84min.

Hart am Limit

Filmkritik

Rasende Rowdies auf dem Feuerstuhl

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Aus der Bilderschmiede von Produzent Neal H. Moritz ("2 Fast 2 Furious", "XXX - Triple X") dröhnt uns schon wieder lautes Motorengebrüll entgegen. Mit "Torque" kommen wir jetzt auch noch zu "2 Fast 2 Furious" auf 2 Rädern.

Also da ist der Martin (Martin Henderson) und der ist ein harter Kerl aber eigentlich ist er ein ganz Lieber und will nur Töff fahren mit seinen Freunden (Jay Hernandez, Gichi Gamba) aber wo er heim kommt von Thailand warten Trey (Ice Cube) und seine Töffgang auf ihn und keiner hat ihn gern und dann fährt er ins Dorf wo alle einen Töff haben und dort warten Henry (Matt Schulze) und seine Töffgang auf ihn und keiner hat ihn gern und er geht zu seiner Exfreundin Shane (Monet Mazur) aber die hat ihn auch nicht mehr gern weil er abgehauen ist vor dem FBI Agent McPherson (Adam Scott) und nicht gesagt hat wo er ist. Dann fahren alle ganz schnell mit dem Töff herum und machen ganz krasse Stunts und ein paar Sachen explodieren auch noch aber da weiss ich jetzt auch nicht mehr genau warum.

Viel Verstand muss man zu "Torque" wahrlich nicht mitbringen. Der Film ist ein Meisterwerk der Belanglosigkeit und beeindruckt durch die Schamlosigkeit, mit der er haarsträubende Nonstop-Action und beinharte Klischees aufs Auge loslässt. Da ist der Gute: Saubermann, dem mit ein paar Bartstoppeln ein Anstrich von Verwegenheit verliehen werden soll. Immerhin bleibt uns hier Paul "Weisssocke" Walker aus den "Fast and Furious"-Filmen erspart. Martin Henderson scheint allerdings in der gleichen Fabrik hergestellt worden zu sein. Die guten Sidekicks, politisch korrekt: Einmal Latino, einmal Asiate. Man fährt farbenfrohen Töff. Die gute Töffbraut: Blondes Engelshaar, repariert mit der linken Hand in zehn Sekunden einen Motor, trinkt gleichzeitig mit der rechten ein Bier. Die böse Töffbraut: Tätowiert vom Hals bis zu den Hinterbacken, leicht geschürzt, damit man die Tattoos sieht, leckt aufgrund einer Zwangsneurose ständig übers Lippenpiercing. Wortschatz: "Bitch". Der Chef der bösen Töffgang: Fährt Harley, trägt schwarzes Leder, ist fies. Der Chef der schwarzen Töffgang: Hart, aber gerecht.

"Torque" ist von Anfang an eine Karikatur seiner selbst. Im letzten Teil, den Regisseur Joseph Kahn ohne Zweifel unter dem Einfluss von Drogen oder Benzindämpfen gedreht hat, wird er dann quasi zum Comic seiner selbst. Der Film zielt direkt ins Reflexzentrum im unteren Rückenmark und ignoriert dabei so konsequent jeglichen Anspruch an Realismus, schauspielerische Qualität oder Ernsthaftigkeit, dass es schon wieder liebenswert ist.

Mittlerweile sitzt Produzent Neal H. Moritz wohl in seinem Produktionsbüro und überlegt sich, worum sich sein nächster Film drehen könnte. Herr Moritz, Herr Moritz, ich weiss was! Lastwagen!

24.05.2012

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Kommentare

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turambar

vor 15 Jahren

Action geladen (hauptsache)


julianex

vor 15 Jahren

Also ich kann nur eins sagen. Die Filmkritik trifft den Nagel auf den Kopf. Kompliment an die Redaktion! So ein lächerlicher Film *g*


tuvock

vor 15 Jahren

Dann noch so gute Szenen, FORD fährt über eine absichtlich abgestellte Eisenbahnschienenähnliche Rampe, auf einen Zug, und fährt auf dem Dach herum, fällt nicht runter, das alles bei hohem Tempo, und wie geplant, fällt er zwischen die Wagons und fährt drinnen mit dem Motorrad flüchtend weiter, oder bei Tempo 250 – 280 fährt er durch die Stadt wie ein Irrer, im dichten Verkehr usw.

Eine Menge explodiert, aber FORD hat einen Spitzenanzug an der ihn vor alles schützt, wahrscheinlich weil PAPA Schlumpf ihm einen Unverwundbarkeitszauber gab. Die Schauspielerischen Leistungen von FORD sind natürlich super. Shane tritt auf, Ständer an, Hirn auf Shane einstellen, Was denkt so eine Frau, gut lächeln, Shane verschwindet, Ständer wird eingefahren, Ford kratzt sich am Bart, Henry tritt auf, ne blöde Butterflymesserschwingende Rockerbraut ist bei ihm mit 2 Piercings, eine am Mundwinkel links, eine am Nasenflügel rechts, wird von Shane geschlagen, Ford guckt blöd, aber er ist bereit sofort für sie zu sterben, schließlich ist es seine Exfreundin, Henry ist supersauer auf Ford, spielt den Bösen, lässt ihm 2 Tage Zeit den Stoff aufzutreiben, dann dazu die blöden FBI Agenten die ne Menge in die Luft jagen, und einen herrlichen 6 fach Überschlagunfall überleben.

Die Dialoge sind einfach und sogar der Glöckner von Notre Dame könnte sich diese merken und daraus einen 2. Teil machen der sicher noch kommen wird, Ice Cube spielt den Bösen, und sieht aus als hätte wer sein Meerschweinchen am Gewissen und jetzt hat er nur Motorräder und Kondome im Kopf und dann so coole weise so a la, He Nigger, halt`s Maul, du bist nicht gefragt, oder wie, Mann ich mach dich fertig, oder Wieso nur hast du meinen Bruder am Gewissen, oder als die Polizei kommt, Ach Scheiße, wahrscheinlich ist er sauer das er Ford nicht abmeucheln kann. Einfach herrlich blöd und einfach

Der Soundtrack ist so richtig für Deppen gemacht, irgendwas schnelles, das coole Szenen mit Motorrädern unterstreichen soll, mit Maschinen die nie Kratzer kriegen, und der ganze Film ist ernst gemeint. Meine Freundin hat sich geärgert das ich sie in den Film mitgeschleppt habe, noch dazu weil es draußen sehr kalt war, und sich da herumgeschleift habe, ins Kino, ich war sauer, weil der Film dämlich war und fast 6 dafür ausgegeben habe.

Witzig war auch die Werbung für die Musicbranche. In dem Film trägt man T – Shirts von Metallica oder Motörhead. Wieso der Film aber vom Originaltitel Torque auf Hart am Limit umgewandelt wurde, ist mir ein Rätsel, da ich nicht weiß was es mit diesem Torque auf sich hat.

Der Film ist einfache Zeitvertreibung, hat ne Menge guter unrealistischer Szenen, strotzt so von Dummheit, ist stinkfad, aber irgendwie wieder so ein richtiger Videofilm, spart euch das Geld für das Kino.

48 von 100Mehr anzeigen


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