The Grudge Deutschland, Japan, USA 2004 – 91min.

Filmkritik

Der Horror des Fremden

Filmkritik: Jürg Tschirren

Von einer, die auszog, das Fürchten zu lernen: Sarah Michelle Gellar bekommt es in der US-Adaption von "Ju-on - The Grudge" mit den zornigen Geistern eines verwunschenen Hauses zu tun. Regie geführt hat wie im Original der Japaner Takashi Shimizu.

Nicht nur der Regisseur, auch der Ort der Handlung blieb derselbe: "The Grudge" spielt in Tokyo. Lediglich die Hauptrollen wurden mit Sarah Michelle Gellar, Jason Behr und Bill Pullman mit US-Amerikanern besetzt. Das ist reizvoll, denn so wie Gellars Figur erst die Japaner nicht versteht, wird sie später auch die Geister nicht verstehen können, die sie plagen. Das Übersinnliche wie das Fremde: Weil wir es nicht verstehen, fürchten wir uns vor ihm - der Mangel an Verständnis als Nährboden für Angst und Schrecken also. Damit wäre aber auch schon das Interessanteste gesagt, was es über "The Grudge" zu erzählen gibt.

Allerdings, der Filmbeginn macht Eindruck: Bill Pullmann wacht auf, geht vom Bett zum Balkon seiner Wohnung, schaut hinunter, schaut zurück zu seiner immer noch schlafenden Frau und stürzt sich auf die Strasse. Man sieht ihn mit verrenkten Gliedern auf dem Asphalt liegen, danach ein Schnitt und die Geschichte ist an einem anderen Ort und in einer anderen Zeit. Die non-lineare Erzählweise hat schon das Original geprägt und Shimizu hält im Remake daran fest. Nach Pullmans Tod sehen wir ein japanisches Mädchen, das im Haus einer amerikanischen Familie die demente Grossmutter pflegt. In der Wohnung herrscht Chaos, Geräusche locken die junge Frau zu einem Schrank. Als sie in den Schrank steigt und urplötzlich von zwei Händen in den darüber liegenden Estrich gezogen wird, lässt ein Violinen-Orkan den Zuschauer im Sessel zusammenfahren. Das mit dem akustischen Schrecken beherrscht Shimizu ausgezeichnet.

Erst spät zeigt der Film seine Hauptdarstellerin, die im selben Haus nun die Pflichten der verschwundenen Pflegerin (von ihr hat man zuletzt noch den abgerissenen Kiefer gesehen) übernommen hat. Die Geister, die das Haus zu einem verwunschenen machen, setzen auch ihr bald zu. Sarah Michelle Gellar war wunderbar in der TV-Rolle der Buffy Summers, in der sie Kick-Ass Bravado mit klugen Kommentaren verbinden konnte. Hier, wo die Rolle mehr Ernsthaftigkeit verlangt, das Script aber lange nicht so viel hergibt wie das einer gelungenen «Buffy»-Episode, wirkt sie farblos. Wenigstens schafft sie es besser als Co-Star Behr, ihrem recht eindimensional gezeichneten Charakter etwas zu Tiefe geben.

Schon "Ju-on" war im Vergleich mit anderen neuen Horrorfilmen aus Japan kein wirklich originelles Werk. Dem Remake geht es kaum anders. Je mehr man am Ende erfährt, weshalb die Geister derart zornig sind, dass sie den Platz ihres Ablebens nicht verlassen können, desto banaler wird die Geschichte. So schlecht, dass die Kinosäle einst von den Geistern erboster Zuschauer heimgesucht werden müssen, ist der Film dann aber doch nicht. Immerhin.

01.06.2021

2.5

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Kommentare

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khurerbuab

vor 16 Jahren

Die Geschichte: Naja... Dafür erschrickt man teils ziemlich...


hurricane6

vor 16 Jahren

Einfach Billig


checkthechick

vor 16 Jahren

The story sucks, the facts don't fit, the microphone shows now and then but still... scary as hell. I didn't sleep that night, seriously! The rattling sound of that woman iehhhhh...


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