Das Vermächtnis der Tempelritter USA 2004 – 125min.

Das Vermächtnis der Tempelritter

Filmkritik

Geschichtslektion mit Raketenantrieb

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

So, liebe Kinder, gebt fein Acht, Jerry Bruckheimer hat euch etwas mitgebracht. Nämlich eine Primarschul-Lektion in amerikanischer Geschichte. Verpackt in die süsse Schale eines mythisch unterwanderten Schatzsucherabenteuers.

Der Abenteuerfilm mit draufgängerischen ArchäologInnen à la "Indiana Jones" oder "Tomb Raider" lebt ja nicht zuletzt davon, dass sagenumwobenen Schätzen an exotischen Orten rund um die Welt nachgehetzt wird. Nicht so, wenn Hochglanzproduzent Jerry Bruckheimer das Zepter führt. Mr. Blockbuster schreibt mit "National Treasure" seinen eigenen Patriot Act und entdeckt den Heimatboden als Jagdgrund für Schatzsucher.

Da zitiert uns dann Nicholas Cage als verbissener Hobbyhistoriker Ben Gates mit seinem sorgenvollen Hundeblick den Text der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Die rechtfertigt zum Beispiel die Entmachtung unterdrückerischer Herrschaft, sprich kolonialistischer Regimes von ennet dem Ozean. Anno 1776 waren damit übrigens die Briten gemeint.

Auf der Rückseite dieses verblassenden Dokuments vermutet Gates nun eine Karte, die zu einem sagenhaften Schatz führen soll, zusammengetragen über Jahrhunderte in aller Herren Länder und versteckt von den Gründervätern der USA. Von denen einige Freimaurer waren.

Damit ist die Bahn frei für eine Schnitzeljagd von Rätsel zu Rätsel und von einem historischen Monument zum nächsten. Damit Cage vor jedem schulmeisterlich eine weitere Tranche Geschichtsunterricht vortragen kann, brauchts einen ungebildeten Sidekick (Justin Bartha). Dieser dankbare Zuhörer ist aber immerhin technisch begabt, was Ben Gates hilft, die Unabhängigkeitserklärung zu stehlen, bevor es sein böser Rivale (Sean Bean) tut. Fehlt noch die Frau. Zur Verfügung stellt sich eine Historikerin (Diane Kruger), die eigentlich für die Sicherheit des Dokuments zuständig wäre.

Es ist die Leere der Figuren und die Formelhaftigkeit der Beziehungen, die "National Treasure" den Wind aus den Segeln nimmt. Denn der ausgeklügelte Einbruch zweier Parteien gleichzeitig, aber mit verschiedenen Methoden, macht ja eigentlich Spass, ebenso die Lösung von vertrackten Rätseln, gespickt mit geheimnisvoller Symbolik und versteckt an historischen Orten. Obwohl sich da die Macher den Vorwurf gefallen lassen müssen, bei Dan Brown und seinem Bestseller "The Da Vinci Code" ("Das Sakrileg") abgeguckt zu haben. "Wir waren aber zuerst", schreien die offiziellen Verlautbarungen. Im Kino sicher - "The Da Vinci Code" wird erst nächstes Jahr mit Tom Hanks verfilmt.

Nach mehr als zwei Stunden hat man auf alle Fälle genug von den blassen Charakteren, deren Leben einen nicht die Bohne interessiert. In Erinnerung bleibt ein nett ausgedachtes, süffiges Abenteuer, das es allerdings nie mit der Coolness und dem Humor eines "Indiana Jones" aufnehmen kann.

27.10.2014

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Kommentare

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mircolio96

vor 7 Jahren

er ist ganz okay =)


movie world filip

vor 7 Jahren

es ist nicht gerade so gut wie indiana jones, aber besser als nichts, okay


Patrick

vor 8 Jahren

Schatzsuche.
Famillien Abenteuer mit Schnitzeljagt-feeling!
Teil. 2 lief 2007 in den Kinos, und der Gerüchteküche zu folge soll es einen Teil. 3(für Cages Schuldenberg wäre das io.) geben.


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